Ecclestone fordert Formel-1-Revolution

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Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, Mercedes-Sportchef Toto Wolff und Red Bull-Teamchef Christian Horner im exklusiven Krisengipfel der Formel 1. Geführt von meiner Kollegin Bianca Garloff und mir für SPORT BILD und AUTO BILD MOTORSPORT.

Die Zuschauerzahlen sinken, der deutsche GP findet aus Zuschauermangel nicht statt. Die Formel 1 muss etwas tun. In einem exklusiven Krisengipfel in der aktuellen SPORT BILD mit Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und Red Bull-Teamchef Christian Horner spricht sich Formel-1-Chefpromoter Bernie Ecclestone für eine Rückkehr zu den alten 2,4-Liter-V8-Saugmotoren aus.

Ecclestone: „Ich würde auf die Motoren zurückgreifen, die wir vorher hatten. Die Fans mochten die Lautstärke, die Teams die geringen Kosten und das Racing war auch besser.“  Ecclestone sieht mit Sorge, dass immer weniger Fans die Formel 1 am TV sehen wollen. Deshalb will er die Reißleine ziehen. „Ich will nicht erleben, wie die Formel 1 sich selbst zerstört, weil einige Leute einen Fehler gemacht haben“, so der Brite.

„Normalerweise kann man Fehler wiedergutmachen. Aber wir versuchen es nicht einmal. Wir haben viele Meetings in denen viel Nonsense diskutiert wird und in denen Entscheidungen immer wieder auf nächste Woche oder nächsten Monat verschoben werden. Wir sitzen da und warten darauf, dass die Formel 1 verschwindet.“

Ecclestone, Wolff und Horner. Thanks to Russell Batchelor, xpbimages.com

Ecclestone, Wolff und Horner. Thanks to Russell Batchelor, xpbimages.com. Exclusive for SPORT BILD and AUTO BILD MOTORSPORT

Dabei spiele auch Mercedes eine wichtige Rolle, weil die Stuttgarter an den aktuellen Regeln festhalten wollen. Ecclestone ironisch zu Toto Wolff: „Toto, du wirst eine schöne Inschrift auf deinem Grabstein haben: „Ich habe geholfen die Formel 1 zu killen.“ Du hast es nicht alleine gemacht, aber du hast geholfen. Ich werde die FIA versuchen zu überzeugen einzuschreiten. Und wenn bestimmte Leute sich dann beschweren, sollen sie doch klagen. Ich garantiere, dass wir den Fall gewinnen. Ich werde jedenfalls nicht zulassen, dass die Formel 1, die 50 Jahre funktioniert hat, aus purem Egoismus zerstört wird.“

Mercedes-Mann Wolff räumt indes ein: „Für uns ist die aktuelle Technologie ein wichtiger Teil unseres Formel-1-Engagements. Unsere Marketingstrategie fokussiert auf die Hybridtechnik der Formel 1. Und deshalb haben wir ja auch einen Vorteil, weil wir die Erfahrung aus der Serie haben.“ Zudem argumentiert er: „Man kann doch sehen, dass Ferrari aufgeholt hat. Und es war auch gut für die Formel 1, dass sie uns in Malaysia besiegen konnten. Sogar Sauber hat mit dem Ferrari-Kundenmotor einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Natürlich ist Mercedes noch die Messlatte, aber die anderen kommen näher. Und außerdem: Die Zuschauer bleiben doch nicht überall weg. In England beispielsweise nicht. Vielleicht hat Deutschland einfach nur einen Formel-1-Kater.“

Red Bull-Teamchef Christian Horner, dessen Team nach dem ersten Rennen in Australien mit Ausstieg gedroht hatte, betont dagegen: „Wir sind in unserer Situation, weil unser Motorhersteller die neue Technologie wahrscheinlich unterschätzt hat – und auch kaum die Chance hat aufzuholen. Am Ende ist die Formel 1 eine Marketingübung. Sie muss aufregend sein, eine gute Show bieten und unterhalten. Mann und Maschine am Limit. Sonst können wir gegen andere Sportarten nicht bestehen.“

Horner plädiert wie Ecclestone für andere Motoren: „Fahrer, Chassis und Motor sollten eine gleich große Rolle spielen“, sagt er. „Im Moment stimmt das Verhältnis nicht: Die Autos sind zu leicht zu fahren, die Motoren zu dominant. Billige Motoren mit 1000 PS wären die Lösung. Die Fans würden es lieben.“

Der ganze Krisengipfel: ab heute in Sport Bild!

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Formula 1 boss Bernie Ecclestone, Mercedes motorsport boss Toto Wolff and Red Bull team boss Christian Horner in the exclusive crisis summit of the formula 1. Arranged my colleague Bianca Garloff and me for SPORT BILD and AUTO BILD MOTORSPORT.

The TV figures are falling, the German GP does not happen partly due to lack of audience. Formula 1 has to do something. In an exclusive crisis summit in the current issue of SPORT BILD with Mercedes motorsport boss Toto Wolff and Red Bull team boss Christian Horner Formula 1 chief promoter Bernie Ecclestone is in favor of a return to the old 2.4-liter V8 naturally aspirated engines.

Ecclestone: “I would go back to the engines that we had before. The fans liked the volume, the teams liked the low costs and the racing was better as well.” Ecclestone is concerned that fewer and fewer fans want to see the Formula 1 on TV. That’s why he wants to pull the ripcord. “I don’t want to see how formula 1 is destroying itself because some people have made a mistake,” said the Briton.

“Usually, you can make up for mistakes. But we do not even try. We have many meetings in which much nonsense is discussed and where decisions are always postponed to next week or next month. We sit and wait until Formula 1 disappears. ”

Mercedes’ role in that process: The company wants to retain the current rules. Ecclestone ironically to Toto Wolff: “Toto, you’ll have written down on your grave stone: “I helped to kill the Formula 1.” You did not do it alone, but you helped. I’ll try to convince the FIA to intervene. And if certain people then complain, let them complain. I guarantee that we win the arbitration. I won’t allow that Formula 1 is destroyed cause of pure selfishness.”

Mercedes-man Wolff admits, however: “For us, the current technology is an important part of our Formula 1 involvement. Our marketing strategy focuses on the hybrid technology of Formula 1. And that’s why we also have an advantage because we have the experience from the series.” And further: “One can see that Ferrari has caught up. And it was good for Formula 1 that they could defeat us in Malaysia. Even Sauber made a huge step with the Ferrari customers engine. Of course, Mercedes is still the benchmark, but the others come closer. And yes, the spectators stay away but not everywhere. In England, for example, it’s not the case. Perhaps Germany has just a Formula 1 hangover. ”

Red Bull team boss Christian Horner, whose team had threatened to leave F1 after the first race in Australia, emphasizes: “We are in our situation because our engine manufacturer, has probably underestimated the new technology – and hardly has the chance to catch up. At the end of the Formula 1 is a marketing exercise. It must be exciting, a good show and entertain. Man and machine at the limit. Otherwise we can not compete against other sports anymore.”

Horner agreed with Ecclestone with regard to other engines: “Driver, chassis and engine should play an equal role,” he says. “Right now the ratio is not correct: The cars are too easy to drive, the engines are too dominant. Cheap engines with 1000 hp would be the solution. The fans would love it.”

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