Fährt Mercedes den Fans davon?

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Die Formel-1-Krise rückte in Anbetracht von Sebastian Vettels erstem Ferrari-Sieg in Malaysia kurz in weite Ferne. 4,31 Millionen Zuschauer haben im Durchschnitt den ersten Triumph des Heppenheimers in rot live auf RTL verfolgt. Die Mercedes-Dominanz wurde durchbrochen – und schon schalten, nach nur 1,7 Millionen RTL-Zuschauern bei der Live-Übertragung des Saisonauftakts, die Fans wieder ein. Die Frage muss also erlaubt sein: Ziehen Mercedes-Siege hierzulande weniger als die von Vettel?

Ein weiteres Indiz: Als Sebastian Vettel (27) 2011 erstmals allen auf und davon fuhr, schalteten trotz Langeweile durchschnittlich noch 5,94 Millionen Fans ein. 2014 sank die Zahl dramatisch auf 4,36 Millionen.

„Natürlich sind herausragende Sportler insbesondere für den Heimatmarkt ein wichtiger Faktor“, sagt Friedhelm Lange vom Meinungsforschungsinstitut Repucom in der aktuellen Ausgabe von AUTO BILD MOTORSPORT, „alleine darauf darf es sich aber nicht beschränken. Die Formel 1 als Ganzes muss einzigartig bleiben.“

Selbst dass Mercedes AMG mit den Österreichern Niki Lauda (66) und Toto Wolff (43) an der Teamspitze und den beiden Fabriken in England zu wenig Deutschland-Bezug habe, ist für den Motorsport-Meinungsexperten kein Argument. „Auch hier würde ich das nicht an einem Team oder einem Hersteller ausmachen“, so Lange, „und schon gar nicht an einer internationalen Team-Besetzung. Damit Mercedes im Heimatmarkt punkten kann, muss das Gesamtprodukt stimmen.“ Und da hat die Formel 1 derzeit einige Schwächen (mehr dazu an dieser Stelle in der kommenden Woche).

Dazu passt: Nico Rosberg ist auf der Beliebtheitsskala der Deutschen gar nicht mehr so weit von Vettel entfernt. Während der Vierfachweltmeister eine Bekanntheit von 97 Prozent erreicht, schafft es der Mercedes-Star bereits auf 91 Prozent. Vettel ist 79 Prozent der Deutschen sympathisch, Rosberg bereits 71 Prozent. Lange erklärt: „Nico Rosberg wird durch seinen sportlichen Erfolg längst als einer unserer Spitzensportler wahrgenommen und geschätzt. Er wäre nicht gut beraten, einen anderen Sportler zu kopieren. Er muss sein Profil jetzt schärfen, Ecken und Kanten entwickeln.“

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2 Kommentare

  1. Simon

    3. April 2015 at 1:25 pm

    Ich glaube das Problem ist hauptsächlich, dass Rosberg sich bisher teamintern gegen einen Nichtdeutschen nicht durchgesetzt hat. Würde er Hamilton beherschen sähe das ganze anders aus, aber um es so zu sagen: der Deutsche will ganz sicher nicht sehen wie ein britischer Pilot zwischen Monza und Melbourne 7 von 8 Rennen gewinnt und dahinter Rosberg meistens als Zweiter einrollt. Hätte Rosberg so eine Serie hingelegt, hätten die Quoten anders ausgeschaut. Dafür hätten sie wohl in England schlechter ausgesehen.

    Auf die Beliebtheitsskala würde ich übrigens aber auch nicht viel Wert geben: wer mehr Erfolg hat, polarisiert mehr und wird auch mehr gehasst (aus Neid), vor allem beim nichtfachkundigen Publikum (bei F1 Fanatikerm polarisiert auch ein Rosberg). Deshalb ist das mit der Beliebheit ein schwieriges Pferd. Zumal es genügend Leute gibt die eine Sportart nur gucken um ein Feindbild verlieren zu sehen, deshalb isf dieser Wert nicht represantiv.

    Die Fahrerpersönlicnkeiten sind wie im Text angedeutet nicht das Hauptproblem, da gibts andere Faktoren. Dass Ferrari gewonnen hat ist ganz allgemein sogar das beste was passieren konnte.

  2. Pingback: Mercedes: Hamilton-Bekanntgabe vor China - F1-insider.com

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