Formel-1-Tests in Jerez: Mercedes hat geblufft

Die Bestzeiten fuhr Ferrari. Trotzdem bleibt man bei Mercedes cool. Das Weltmeister-Team hat mit Absicht nicht gezeigt, was es kann.
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Vier Testtage, viermal lag ein Ferrari-angetriebenes Auto ganz vorn. Den letzten Testtag beendete Kimi Räikkönen heute mit einer Gesamtbestzeit als Erster. Von Nervosität ist bei Mercedes trotzdem keine Spur. Die gute Laune fehlte bei Lewis Hamilton nur, weil ihn (wahre) Gerüchte um eine angebliche Trennung von Dauer-on-off-Beziehung Nicole Scherzinger nerven. Deshalb wurden die Berichterstatter vorab auch gewarnt. Keine privaten Fragen. Dies ist eine Motorsportveranstaltung. So weit, so gut. Denn das scheinen die einzigen Probleme des Weltmeisterteams zu sein.

Mit der Zuverlässigkeit jedenfalls haben die Silberpfeile keine Probleme. Dabei war genau das Toto Wolffs großes Sorgenkind vor Testbeginn. Jetzt stehen an vier Testtagen 516 Runden oder 2285 Kilometer für Mercedes zu Buche. Nur zum Vergleich: Auf Rang zwei liegt Sauber mit „nur“ 1691 Kilometern.

Hamilton hatte schon mal bessere Laune. Foto: F1-insider.com

Hamilton hatte schon mal bessere Laune. Foto: F1-insider.com

Den Eindruck von Teamkollege Rosberg, dass das Motormapping des neuen Sechzylinder-Turbo-Hybrids noch besser werden muss, teilt Hamilton nicht. „Davon hab ich nichts gemerkt“, gab er einsilbig zu Protokoll. Anders als Nico Rosberg macht Hamilton auch das Bestzeitenfeuer von Ferrari keine Sorgen. „Mein Ingenieur sagte mir, dass Ferrari ein anderes Programm gefahren ist als wir. Die Ausfahrten waren viel kürzer. Das spricht dafür, dass sie mit weniger Benzin unterwegs waren.”

Bleibt die Frage: Hat Hamilton ein anderes Gespür für schnelle Autos oder redet er einfach nur weniger diplomatisch? Jedenfalls kann man sich in den Lagern der versammelten Konkurrenz gegen den Eindruck nicht erwehren, dass Mercedes in Jerez geblufft hat. Während sich Ferrari im Vergleich zum Vorjahr um fast vier Sekunden gesteigert hat, fuhr Mercedes „nur“ zwei Sekunden schneller. Nico Rosberg wunderte sich sogar über 40-Runden-Stints mit extrem viel Benzin und alten Reifen.

Warum dieses Versteckspiel? Morgen trifft sich die Strategiegruppe, um über das Motorkonzept ab 2017 zu beraten. Da käme es gar nicht gut, wenn der neue Antrieb jetzt schon wieder dominieren würde…

 

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