George Russell verlor beim Monaco-GP nicht wegen eines Fahrfehlers oder technischer Probleme seine Punkte – sondern wegen einer Panne an der Boxenmauer.
Für George Russell war der Monaco-GP ein Wochenende zum Vergessen. Erst kassierte der Mercedes-Pilot eine Zeitstrafe wegen einer minimalen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse. Dann patzte auch noch sein Team.
Am Ende stand Russell trotz einer starken Leistung mit leeren Händen und Platz 13 da.
Mercedes vergisst Russells Strafe
Der Auslöser war zunächst harmlos. Russell überschritt bei einem Reifenwechsel das Tempolimit in der Boxengasse um gerade einmal 0,1 km/h. Die Rennleitung verhängte eine Fünf-Sekunden-Strafe. Die hätte Mercedes beim nächsten Boxenstopp absitzen müssen.
Doch genau das passierte nicht.
Stattdessen wurde Russell während einer hektischen Safety-Car-Phase an die Box geholt, ohne dass die Strafe korrekt abgesessen wurde. Die Konsequenz: Die fünf Sekunden wurden nach Rennende aufaddiert – die Punkte waren weg.
Safety-Car-Chaos bei Mercedes
Jetzt hat Mercedes-Renndirektor Andrew Shovlin die Hintergründe erklärt. Demnach wurde die Situation durch die Führung von Teamkollege Kimi Antonelli zusätzlich kompliziert. Als das Safety Car auf die Strecke kam, konzentrierte sich die Mannschaft zunächst auf den späteren Rennsieger.
Russell sollte eigentlich draußen bleiben.

Das Problem: Wenig später wurde das Feld angewiesen, durch die Boxengasse zu fahren. Während Antonelli planmäßig gestoppt wurde, entstand plötzlich Verwirrung um Russell.
„Wir wollten, dass George auf der Fast Lane bleibt“, erklärt Shovlin. „Aber wir konnten ihm die Information nicht rechtzeitig übermitteln.“
Russell sieht seine Reifen – und biegt ab
Der Mercedes-Pilot bemerkte in der Boxengasse die bereitliegenden Reifen und ging davon aus, dass der Stopp für ihn vorgesehen war. Also bog er kurzerhand in seine Box ab. Blöd nur: Die Mechaniker hatten überhaupt nicht mit ihm gerechnet.
„Die Crew war nicht darauf vorbereitet, die Strafe abzusitzen“, räumt Shovlin ein. Ein folgenschweres Missverständnis.
Russell wollte die Strafe noch retten
Besonders bitter: Russell erkannte das Problem sofort. Mehrfach forderte er sein Team anschließend am Funk auf, einen weiteren Boxenstopp einzulegen und die Strafe ordnungsgemäß abzusitzen.

Mercedes lehnte ab. Es folgte eine Durchfahrtsstraße, durch die der Brite bis auf Platz 13 durchgereicht wurde.
Rätsel um die Geschwindigkeitsstrafe
Zusätzlichen Frust gibt es wegen der eigentlichen Strafe. Mercedes weiß bis heute nicht genau, warum Russell überhaupt zu schnell gewesen sein soll.
Der Brite hatte das Tempolimit laut Team bereits mit einer Sicherheitsreserve eingehalten. Trotzdem registrierte das FIA-System eine Überschreitung von 0,1 km/h.
Interessant: Gleich fünf Fahrer wurden in Monaco wegen desselben Problems bestraft. Bei den Teams vermutet man deshalb, dass die ungewöhnliche Streckenführung der engen Monaco-Boxengasse eine Rolle gespielt haben könnte. Die Fast Lane verläuft in mehreren Kurven. Wer hier abkürzt, durchfährt die Boxengasse zu schnell.
Während Teamkollege Antonelli den Monaco-GP gewann, verlor Russell wertvolle WM-Punkte und so wohl auch endgültig eine realistische Chance auf den Titel. Obwohl er im besten Auto sitzt.
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