Vettel Azerbaijan 2019

Sebastian Vettel soll nach seinem Wut-Auftritt in Kanada keine weitere Strafe bekommen.

Gute Nachrichten für Sebastian Vettel (31): Der Ferrari-Pilot bekommt für sein Verhalten nach dem Großen Preis von Kanada keine weitere Strafe. Und könnte womöglich sogar seinen Sieg zurückerhalten.

Hintergrund: Der Deutsche hatte aus Ärger über eine Fünf-Sekunden-Strafe, die ihn den Sieg gekostet hatte, mehrfach gegen das Protokoll des Weltverbands FIA verstoßen. So stellte er seinen Ferrari nach dem Rennen nicht wie vorgeschrieben ins Parc Fermé der drei Erstplatzierten. Dann nahm er nicht an der ebenso geforderten ersten Interview-Runde vor der Siegerehrung teil. Schließlich vertauschte er noch das Platzierungsschild vor dem Wagen von Lewis Hamilton (34), der den Sieg eingefahren hatte.

Bekommt Vettel seinen Sieg zurück?

Vettel platzierte das Schild mit der 2 vor dem Mercedes.Vettel platzierte das Schild mit der 2 vor dem Mercedes. Der Deutsche Dr. Gerd Ennser, der in Kanada einer der vieren Stewards war, sagte jetzt der österreichischen “Kleinen Zeitung”: “Uns wurden diese Vorfälle mitgeteilt. Wir waren der Meinung, wegen der hohen Emotionen und dem großen Druck, unter dem Vettel stand, keine weiteren Strafen zu verhängen.”

Was die Rückgabe seines Sieges betrifft: Ferrari überprüft gerade, ob sie den Artikel 14.1. 1 des internationalen Sporting Code der FIA anwenden sollen. Dort heißt es: “Sollten signifikante und relevante neue Elemente entdeckt werden, die den Parteien zum Zeitpunkt des betreffenden Events nicht zur Verfügung standen, dann müssen sich die Kommissare oder von der FIA Ausgewählte an einem vereinbarten Datum untereinander treffen, sich alle relevanten Erklärungen anhören und mit den vorgetragenen Fakten und Elementen entscheiden.”

Ferrari hätte dann bis zum Großen Preis von Frankreich am 23. Juni Zeit, um sich dafür zu entscheiden. Grund: Diese Neuüberprüfung kann bis zu 14 Tage nach Erscheinen des finalen Klassements beantragt werden. Ein regulärer Protest müsste heute eingereicht werden.Ein Ferrari-Sprecher: „Wir sammeln immer noch alle Beweise.“

Ferrari verzichtet auf einen Protest gegen das Ergebnis beim Kanada-GP 2019. Allerdings ist die Sache damit noch nicht durch. Letzte Hoffnung für Vettel.

Wird Vettel-Situation neu bewertet?

Nun ist es offiziell: Ferrari verzichtet auf einen Protest gegen das Ergebnis des kanadischen Grand Prix 2019. Sebastian Vettel fiel da wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe hinter WM-Leader Lewis Hamilton zurück. Die Rennkommissare um den ehemaligen Formel-1-Piloten Emmanuele Pirro kamen zum Schluss, dass Vettel nach seinem Fahrfehler in der zweiten Schikane unsicher zurück auf die Strecke kam und Hamilton so in eine Notbremsung zwang.

Nicht nur Vettel und Ferrari haben der Formel 1 daraufhin klar gemacht, was sie von der Entscheidung halten. Auch viele Fachleute äußerten sich klar kritisch gegenüber dieser Entscheidung. Daher kündigte Ferrari an, Protest einzulegen. Der hätte formell bis 96 Stunden nach dem Rennen – also bis gestern Abend, 13. Juni – erfolgt müssen. Ist er aber nicht. Ferrari hat nun offiziell verkündet, dass sie keinen Protest einlegen werden.

Doch damit hat sich die Sache noch nicht erledigt. Ferrari versucht den Rennkommissaren gemäß Artikel 14.1.1. des Sportlichen Reglements einen Verfahrensfehler nachzuweisen. Dafür wertet Ferrari gerade alle Telemetriedaten aus. Bringt Ferrari neue Belege, die Vettels Unschuld beweisen, könnten die Entscheidung revidiert werden – und Vettel seinen Sieg zurückerhalten.

Das hat mehr Aussicht auf Erfolg als ein Protest gegen eine Tatsachenentscheidung.Ferrari lässt ausrichten: „Nach dem Studium aller Bilder und Daten, die wir zur Verfügung haben, sind wir überzeugt davon, dass Sebastian nichts falsch gemacht hat. Er hat einen Fehler gemacht, aber er hat nur versucht, das Auto zurück auf die Strecke zu bringen. Er ist vom Gas gegangen und hat das Auto sicher zurück auf die Piste gesteuert.“Für den Nachweis des Formfehlers bleiben Ferrari zwei Wochen Zeit.

*This article was first published in German at autobild.de/motorsport.

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