Williams
Williams. Credit: Williams

Die Hoffnung stirbt zuletzt und sie hat einen Namen: FW24. Mit dem neuen Auto für die Saison 2019 will Traditionsteam Williams zurück in die vorderen Gefilde der Königsklasse. “Ich sehe nicht, warum wir mit unseren Ressourcen 2019 nicht um Platz vier kämpfen können,” kündigt Vize-Teamchefin Claire Williams (42) vollmundig an. Williams: “Das vergangene Jahr war für uns ziemlich hart, aber wir haben fast niemanden aus unserem Rennteam verloren, und das zeigt die Stärke, die wir bei Williams haben.”

Ob die Tochter von Sir Frank Williams (76), die für den durch eine nach einem Verkehrsunfall erlittene Querschnittslähmung immer mehr eingeschränkten Vater stellvertretend das Team führt, wirklich daran glaubt, ist zweifelhaft. Fakt ist: Williams steht am Abgrund.

Der Dauerweltmeister früherer Jahre wurde 2018 mit sieben Punkten abgeschlagen Letzter in der Konstrukteurswertung. Als Konsequenz des sportlichen Desasters zog der kanadische Milliardär Lawrence Stroll seinen Sohn Lance ab. Statt noch ein weiteres bei Williams hinterherzufahren, kaufte er für seinen Filius lieber das bankrotte Force-India-Team und setzt seinen Sohn 2019 dort in ein Auto hinein.

Immerhin bezahlte er Williams noch eine Abfindung (geschätzte 60 Millionen Euro), welche die Briten 2019 noch einigermaßen überleben lässt.

Allein: Jetzt müssen der britische Rookie George Russell (21) und sein erfahrener polnischer Teamkollege Robert Kubica (34) dringend Punkte einfahren. Grund: Zähler bedeuten nicht nur, dass sich Sponsoren nur für potentiell erfolgreiche Rennställe interessieren, sondern in der Endabrechnung einer Teamwertung Millionen von Euro. Schon der Neunte kassiert etwa sieben Millionen Euro mehr Prämie vom Rechteinhaber Liberty als das Schlusslicht der zehn Teams.

Besonders auf dem Talent des Briten Russell liegen die Hoffnungen. Russell gilt als Evolution der aalglatten Bubi-Rennfahrer, die schon seit Jahren in der Formel 1 Einzug gehalten haben. Musterschüler, gefördert zuerst von reichen Eltern und dann von Automobilkonzernen oder anderen Firmen, welche die Jungs nur als knallharte Investition ansehen. Boys, die schnell Autofahren, erfolgreich sind, aber wenig zu erzählen haben. Die eigentlich nur das brav nachplappern, was ihnen die jeweiligen Pressestellen der Konzerne vorkauen.

Russell ist ein Paradebeispiel für die jungen „Rennroboter“. 2011 und 2012 wurde er Kart-Europameister. 2014 entschied er die BRDC F4 Meisterschaft für sich. Dann nahm Mercedes ihn in seinen Nachwuchskader auf. Und er lieferte wie gefordert: 2017 wurde er Meister in der GP3-Serie. 2018 gewann er die FIA-Formel-2-Meisterschaft.

Dazu passt: Was Claire Williams vom Youngster überzeugte, war Russells Antrittsbesuch in der Fabrik in Grove im vergangenen Jahr. Russell notierte alles, was wichtig war, in eine schwarze Kladde hinein. Williams: „Das war beeindruckend. So was habe ich bei einem jungen Mann noch nie erlebt.“

Was sie indes nicht sagt: Das Traditionsteam hatte keine große Wahl. Denn: Mehr noch als Russells Talent lockte die Mitgift von Motorpartner von Mercedes, die sich nach F1-insider.com-Informationen auf rund fünf Millionen Euro belaufen soll. 

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