Mercedes W10
Mercedes W10. Credit: Mercedes

Bei der Präsentation des neuen Formel-1-Silberpfeils (Mercedes-AMG F1 W10 EQ Power+) in Silverstone schlug Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff (45) wieder sanftere Töne an. Vorher hatte der Wiener noch gewettert, dass die Automobilbehörde FIA die neuen Aerodynamikregeln für 2019 nur deshalb eingeführt hätte, um den Seriensieger aus England einzubremsen.

Hintergrund: Flügel und andere aerodynamische Teile sind so beschnitten worden, dass jedes Team ein Auto mit völlig neuem Konzept entworfen musste – und weniger auf Daten des Vorgängermodells (erfolgreichen) zurückgreifen konnte.

Allein: Wolffs Anklage hatte in der Szene für Stirnrunzeln gesorgt. Ross Brawn, Michael Schumachers ehemaliges Technikgenie bei Ferrari und heutiger Sportchef von F1-Rechteinhaber von Liberty, stellt klar: “Die neuen Regeln sollen einzig und alleine das Überholen erleichtern.”

Und Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko (75) merkt süffisant an. “Der Herr Wolff scheint Verfolgungswahn zu haben. Er hat wohl vergessen, dass es schon vor der Saison 2017 größere Regeländerungen im Chassisbereich gegeben hat. Mercedes hat seine Titel hauptsächlich wegen des Motorreglements gewonnen. Und das hat sich schließlich nicht geändert.”

In der Tat, die Zahlen geben dem Landsmann Wolffs aus Graz recht. 100 Rennen sind seit Einführung der Hybridmotoren im Jahre 2014 gefahren worden. 74 davon hat Mercedes für sich entschieden. Von vier Rennen also drei. 51 mal davon allein hat Lewis Hamilton zugeschlagen. Das Ergebnis der Dominanz: fünf WM-Titel bei den Konstrukteuren. Seit 2014 war also jeder Silberpfeil ein WM-Sieger. Und seitdem hat auch jeder Weltmeister in einem Silberpfeil gesessen. Vier Mal Lewis Hamilton, einmal Nico Rosberg.

Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (88) glaubt sogar: „In der Geschichte der Formel 1 war kein Team dominanter. Wir hätten diese Motoren nie einführen dürfen. Denn sie waren der Wegbereiter für Mercedes.“

Vielleicht rudert Wolff jetzt auch deshalb zurück und übertreibt sogar, was die Chancengleichheit betrifft: “Die Saison 2019 stellt uns ALLE vor neue Herausforderungen. Wir beginnen bei null und müssen uns erneut beweisen. Es gibt absolut keinen Grund dafür, automatisch anzunehmen, dass wir erneut vorne liegen werden. Tatsächlich hat durch die Regeländerungen für die neue Saison jedes Team eine Chance auf den Titel und wir sehen jeden als einen möglichen Konkurrenten an.”

Auch darüber kann Bernie Ecclestone nur lachen: “Chancengleichheit? Vergessen Sie es. Ich setze immer noch auf Mercedes. Geld entscheidet immer eine WM und Mercedes hat mit Abstand das meiste davon.“

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