Ferrari baku 2019

Ferrari startet beim Spanien-GP überraschenderweise mit einem neuen Motor. Teamchef Mattia Binotto erklärt die Hintergründe zum Upgrade.

Jetzt wird ernst für Ferrari. Die Scuderia muss am Wochenende in Barcelona die Wende erzwingen, wenn sie im Kampf um die Formel-1-WM nach vier Doppelsiegen von Mercedes noch eine Chance haben will. Und die Chancen stehen nicht schlecht.

Im Winter hat Ferrari über 15 Renndistanzen in Barcelona abgespult – und ging dann ja als Favorit in die Saison. Die Strecke, die seit 1991 im Kalender ist, dürfte Ferrari wegen ihres rauhen Asphalts also liegen.

Vettel

Sebastian Vettel will in Barcelona endlich wieder zuschlagen.Doch das ist noch nicht alles: Ferrari zieht nun auch das erste Motor-Upgrade vor. Es war eigentlich erst für den Kanada-GP im Juni geplant.

Teamchef Mattia Binotto aber erklärt: „Barcelona ist jenes Rennen, bei welchem fast alle Rennställe teils erhebliche Verbesserungen bringen, also erwarten wir von unseren Gegnern einen Schritt nach vorne. Wir liegen in der WM hinten und müssen aufholen. Der Schlüssel zum Erfolg im weiteren Verlauf dieser Saison liegt in der Entwicklung. Wir haben die Entwicklung etwas umgestellt und bringen den neuen Motorschon in Barcelona.“

Dazu soll auch Spritpartner Shell eine verbesserte Variante des Kraftstoffs liefern, der in den Labors am Hamburger Haften hergestellt wird. Zusammen sollen Motor und Benzin-Mix nach ABMS-Informationen etwa zehn PS mehr Leistung bringen.

Ein neues Aerodynamik-Paket kam bei Ferrari bereits in Baku zum Einsatz. Aber auch in Barcelona wird es aus diesem Gebiet Neuerungen geben. Bereits nach China hatte Binotto einen neuen Heckflügel angekündigt, der mehr Abtrieb bringen soll.

Mittlerweile gibt es auch eine neue Theorie, warum der Ferrari die Reifen nicht auf Temperatur bekommt: Die neuen Reifen mit 0,4 Millimeter dünnerer Lauffläche haben auch eine Karkasse, die sich weniger stark aufheizt als bei den Vorjahres-Pneus. Während Mercedes bereits 2018 mit dem Problem der überhitzenden Reifen zu kämpfen hatte, hatte Ferrari die Temperatur im Griff. Ergo hat Ferrari jetzt Probleme, Mercedes nicht.

Der rauhe Asphalt in Barcelona, Sonne und mehr Abtrieb sollen den extrem effizienten und PS-starken Ferrari nun auch ins richtige Reifenfenster bringen.

Auch Renault wird aller Voraussicht nach mit einem neuen Motor beim Spanien-GP antreten.

@wooschneider

*Dieser Artikel ist als Erstes in AUTO BILD MOTORSPORT (ABMS) erschienen.

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