Vettel Leclerc

Die italienische Presse ist gnadenlos. Nach fünf Ferrari-Niederlagen in Folge geht schon jetzt wieder die Hetzjagd auf die Scuderia los.

“Ferrari stürzt jetzt in die wahre Krise“, schreibt die Gazetta dello Sport. Der Corriere dello Sport haut in dieselbe Kerbe: “Ferrari immer schlechter! Es gibt einfach keine Entschuldigungen mehr.”

Auch der Ruf nach einem Nummer-eins-Status für Charles Leclerc ist längst da. Tuttosport empfiehlt nach dem „roten Desaster“: „Ferrari bleibt jetzt nur eine Möglichkeit offen, nämlich alles auf den jungen Leclerc zu setzen. Der wahre Gegner Hamiltons ist längst nicht mehr Vettel, sondern Bottas. Mercedes ist so stark, dass sich das Team eine interne Rivalität unter seinen Piloten leisten kann.”Last but not least setzt der Corriere della Sera setzt dem Ganzen die Krone auf: „Ferraris Probleme sind gravierender als jene des viermaligen Weltmeisters Vettel, der in einer tiefen Identitätskrise steckt.”

Das sitzt. Kein Teamchef und kein Fahrer sind immun gegen derartig harsch vorgetragene Kritik. Aber hat die seit jeher emotional schreibende italienische Presse Recht? Steht sich Ferrari selbst im Weg?

Verzettelt sich Ferrari im Teamduell?

Der Ruf nach einem Nummer-eins-Status für Charles Leclerc ist längst da. Credit: Ferrari

Fakt ist: In fast jedem Rennen griff Ferrari bisher zur Teamorder. Auch zuletzt wieder in Barcelona. Dabei reagierte der Kommandostand zweimal zu spät. Zunächst verlor Leclerc Zeit hinter dem mit Vibrationen kämpfenden Vettel. Später ließ man den Deutschen hinter seinem Teamkollegen, der auf harten Reifen und einer anderen Strategie unterwegs war, versauern.

Fast wäre es dabei sogar zum Auffahrunfall gekommen.„Ferrari tritt sich hier einmal mehr selbst auf den Schwanz“, urteilt Sky-Experte Martin Brundle. „Sie fokussieren sich aufeinander statt auf ihre Rivalen. Die Platztäusche kamen auch jeweils einige Runden zu spät. So haben sie Zeit verloren, dabei können sie sich aktuell eigentlich nicht erlauben, auch nur eine Zehntel herzuschenken.“

Auffällig dabei: Während Vettel meist bereitwillig Platz macht, muckt Leclerc immer öfter auf. In Bahrain wartete er jedenfalls nicht die zwei Runden, während derer der Kommandostand ihn um Bedenkzeit gebeten hatte. Und zuletzt in Spanien wirkte es, als würde er nur widerwillig Platz machen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass es trotz verschiedener Strategien fast zum Crash kam. Leclerc denkt an sich, Vettel ans Team. Der Deutsche: „Es macht ja keinen Sinn, wenn wir uns gegenseitig im Weg stehen.“Doch statt Lob für den Teamplayer, gibt’s aus Italien nur Prügel

Get F1 Insider Gifts!

No spam guarantee.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here