Vettel in China. Copyright: Ferrari

Niki Lauda glaubt, Sebastian Vettel kann ein Wörtchen mitreden um den Sieg beim Großen Preis von China. Die Voraussetzungen sehen aber so aus: Mercedes-Star Lewis Hamilton startet  von der Poleposition. Nico Rosberg komplettiert die erste Startreihe vor Vettel.

Niki Lauda wollte sich nach der ersten Startreihe von Mercedes beim Großen Preis von China zu keiner Prognose hinreißen lassen. Denn in Malaysia hatte der RTL-Experte mit seiner Voraussage komplett daneben gelegen. Als er das Rennen zusammen mit F1-insider.com schaute, glaubte der Mercedes-F1-Aufsichtsrat beim ersten Boxenstopp von Lewis Hamilton und Nico Rosberg immer noch, Ferrari setze aufs falsche Pferd.

Doch Mercedes ist aufgewacht nach Sebastian Vettels Sieg in Sepang. Lauda: „Bei Mercedes arbeiten jetzt alle – aufgeweckt durch diesen Ferrari-Sieg – volle Pulle weiter.“ Das Ergebnis: Lewis Hamilton startet morgen von der Poleposition. Nur 0,042 Sekunden langsamer als der amtierende Weltmeister war sein Teamkollege Nico Rosberg, der sich „ärgerte, weil vier Hundertstel immer drin sein müssten.“ Doch Rosberg geht wie immer optimistisch ins Rennen. „Ich bin guter Dinge für morgen“, sagte er. „Wir haben die Abstimmung sehr ans Rennen angepasst. Das könnte klappen.“

Auch sein Chef Lauda stellt fest: „Ich weiß, wie der Nico an den letzten beiden Rennwochenenden gelitten hat. Jetzt hat er zurückgeschlagen. Deshalb gehe ich davon aus, dass er morgen hart mit Lewis kämpfen wird. Und Vettel wird auch mitmischen.“ Dabei wird allgemein davon ausgegangen, dass alle Top-Teams zwei Stopps machen werden.

Mit 0,905 Sekunden ist der Rückstand des Vierfachweltmeisters auf Polemann Hamilton zwar beachtlich. Doch im Rennen sind die Ferrari traditionell näher dran an den Silberpfeilen. Lauda lobt: „Sebastian ist mit seinem Sieg im zweiten Rennen aufgestiegen in den Kreis der ganz Großen. Italien brüllt jetzt auf.” Dieser Rückenwind motiviere das Team nun noch stärker. Lauda: “Die werden also gefährlich.” Seine Erklärung: “Ferrari hat über Winter gearbeitet wie die Bienen, um dieses Auto zu verbessern. Das hat ungefähr 1,5 Sekunden gebracht.“ Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff erklärt: „Bei einem starren Reglement kommt die Konkurrenz mit der Zeit unausweichlich näher.“

Hamilton in Shanghai. Copyright: Mercedes
Hamilton in Shanghai. Copyright: Mercedes

Doch der Weckruf aus Malaysia hat auch Mercedes stärker gemacht. „Wir sind durch den Sieg von Vettel präziser geworden“, verrät Lauda. „Die Longruns werden im Training zum Beispiel wesentlich genauer genommen, um zu sehen, wie lang die Reifen halten und in welcher Runde sie genau abbauen. Man kann davon ausgehen, dass da jetzt keine Fehler mehr passieren.“

Auch Nico Rosberg schon: “Der Umgang mit den Reifen könnte wieder kritisch werden.” Sebastian Vettel selbst bleibt indes erst einmal Realist: “Platz drei war heute unser Optimum. Ich hatte zwar gehofft, es würde enger werden, aber die beiden Mercedes-Fahrer waren heute eine Macht.” Dann räumt er aber doch noch ein: “Am Sonntag sind wir vielleicht wieder näher dran.” Vettels kleines Sieggeheimnis: Er ist im letzten Qualifyingabschnitt nur eine schnelle Runde gefahren und konnte so einen Satz weicher Reifen sparen. Je länger er morgen im Rennen darauf fahren kann, desto größer die Chancen mindestens einen Mercedes zu schnappen.

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