Verstappen vor einem Sauber. Copyright: Toro Rosso
Verstappen vor einem Sauber. Copyright: Toro Rosso

Ist Nico Rosberg zu nett für den Titel? Indirekt hat Lewis Hamilton die Diskussion mit seinem Konter auf die Anschuldigungen seines Mercedes-Teamkollegen losgetreten, er fahre zu langsam. Hamilton heute: „Wenn ich Zweiter gewesen wäre und diese Geschwindigkeit gehabt hätte, hätte ich Gas gegeben, um so nah ranzukommen wie möglich und überholen zu können. So geht Rennfahren.“ Aber vielleicht sei Rosberg ja einfach zufrieden gewesen mit Rang zwei, stellt Hamilton in den Raum. Hat er Recht?

Fakt ist: Rosberg beruft sich auf die im Windschatten zu schnell abbauenden Pirelli-Pneus. Die hätten es unmöglich gemacht den Teamkollegen anzugreifen. Mag sein, aber warum kann der 17-Jährige Toro-Rosso-Neuling Max Verstappen dann gleich zwei Sauber überholen? Seine beiden Überholmanöver am Ende der langen Geraden von Shanghai waren eigentlich unmöglich. Mehr sogar als das. Aber offenbar kann dieser Max Verstappen Dinge, die andere noch nicht mal versuchen.

Der Grund: Verstappen hatte eines der langsamsten Autos im Feld. Im Qualifying lag er in der Rangliste der höchsten Geschwindigkeiten auf dem 1,2 Kilometer langen Vollgasabschnitt mit 324,3 km/h auf Rang 13. Marcus Ericsson und Felipe Nasr waren in ihren Sauber-Ferrari acht km/h schneller. “Uns fehlte Topspeed”, kritisierte er sogar, “aber guter Abtrieb und gute Bremsen haben das wettgemacht.” Dadurch hatte der junge Niederländer offenbar so viel Vertrauen in seine Fähigkeiten am Lenkrad und den B-Red Bull, dass er gefühlt 50 Meter später in die Eisen trat. Von Startplatz 13 arbeitete er sich so auf Rang 8 vor. Nur sein Motorplatzer drei Runden vor Schluss kostete ihn die vier Punkte. 

An Verstappens Überraschungsangriffen hätte sich Rosberg ein Beispiel nehmen können. Erst im Windschatten heimlich ansaugen, dann spät zum Überholen ansetzen, wenn der Vordermann schon gar nicht mehr damit rechnet. Rosberg galt auch mal als extremer Spätbremser. Doch diese Tugend nutzte er zuletzt viel zu selten – als würde der überlegene Mercedes seine Kampfeslust bremsen. So langsam jedenfalls, wie Hamilton an der Spitze bummelte, hätte Rosberg eine schnelle Attacke sehr wohl probieren – und seinen Teamkollegen damit womöglich überrumpeln können. 

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