Nico Rosberg vergleicht sein Lenkrad mit dem seines Vaters aus 1983. Copyright: Thanks to Russell Batchelor from xpbimages.com
Nico Rosberg vergleicht sein Lenkrad mit dem seines Vaters aus 1983. Copyright: Thanks to Russell Batchelor from xpbimages.com

Wie der Vater so der Sohn. Das gilt auf diesem Foto nicht! Mercedes-Star Nico Rosberg vergleicht für SPORT BILD das Lenkrad seines Vaters Keke (Formel-1-Weltmeister 1982) aus dem Jahr 1983 mit seinem eigenen. Fazit: Das ist wie Steinzeitjäger gegen Astronaut!

„Mensch, da war ja sogar ein Knopf dran!“, wundert sich der Vizeweltmeister und Monaco-Sieger halb im Ernst und halb ironisch über das grüne Lederlenkrad mit dem Helmdesign und Namen seines berühmten Herrn Papa in der Mitte. „Mein Vater hat mir gesagt, Funk gab’s damals noch nicht“, stellt er fest, „also muss das der Trinkknopf gewesen sein!“

32 Jahre liegen zwischen beiden Formel-1-Steuerrädern. In dem Jahr, als der Senior an seinem spartanischen Lenkrad kurbelte, war Rosberg junior noch nicht einmal geboren. Mittlerweile ist aus der Formel 1 „eine Raketenwissenschaft“ geworden. „Mein Lenkrad ähnelt eher dem Steuerpult eines Raumschiffs“, sagt Nico Rosberg schmunzelnd. „Trotzdem kann ich immer noch alles bedienen ohne abgelenkt zu werden, selbst bei Höchstgeschwindigkeit.“

Nico Rosberg vergleicht sein Lenkrad mit dem seines Vaters aus 1983. Copyright: Thanks to Russell Batchelor from xpbimages.com
Nico Rosberg vergleicht sein Lenkrad mit dem seines Vaters aus 1983. Copyright: Thanks to Russell Batchelor from xpbimages.com

Spätestens durch die Einführung der Hybridsysteme sind Formel-1-Lenkräder zu komplizierten Computern geworden. Kostenpunkt pro Steuer: rund 40000 Euro. Rosbergs Mercedes-Lenkrad hat zwölf Knöpfe, neun Rädchen, ein riesiges LED-Display, zwei Schaltwippen und einen Kupplungshebel. Ganze Abende hat der gebürtige Wiesbadener damit verbracht die mehrseitige Bedienungsanleitung auswendig zu lernen, nahm das Steuer Anfang vergangenen Jahres zum Üben sogar mit nach Hause.

„Mittlerweile ist das alles im Unterbewusstsein verankert“, berichtet er. „Ich sehne mich nicht nach den Autos von früher. Mir ist es lieber, ich habe viele Knöpfe. Weil die Herausforderung noch größer ist und das Knopfchaos mir eine weitere Möglichkeit bietet, die ich zu meinem Vorteil nutzen kann.“

Rosberg gehört zur neuen Fahrergeneration, die mit Gameboy und moderner Technik aufgewachsen ist. „Mein Lenkrad erinnert mich sogar ein bisschen an ein Smartphone!“, sagt er. Das liegt auch am neuen größeren Display, das von McLaren an alle Teams geliefert wird. Dort kann der Fahrer aus 100 verschiedenen Ansichten wählen, um alle wichtigen Daten wie Geschwindigkeit, Ganganzeige, Benzinverbrauch oder Lademodus des Hybridsystems im Auge zu behalten.

All das nützt aber nichts, wenn der Kommandostand wie im Fall von Lewis Hamilton in Monaco in der Datenflut versinkt. „Wir haben uns schlichtweg verrechnet“, gab Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff (43) zu. Auch deshalb steht Rosberg senior immer noch aufs pure Lenken statt Drücken. „Wenn ich sehe, wie viele Knöpfe Nicos Lenkrad hat“, sagt er, „weiß ich nicht, ob ich überhaupt noch Lust hätte, Formel 1 zu fahren.“ 

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