Gehen jetzt auch Formel-1-Teams Pleite?

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McLaren
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In der letzten Woche hat McLaren einen Teil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Jetzt geht auch Williams diesen Schritt. Gehen Teams Pleite?

McLaren-Boss Zak Brown spricht Klartext. “Die Formel 1 ist in einem sehr zerbrechlichen Zustand. Ich könnte mir vorstellen, dass vier Teams verschwinden, wenn dies nicht richtig gehandhabt wird.“

Vier Teams sind zuletzt vor der Saison 1993 Pleite gegangen: Brabham, March, Fondmetal und Andrea Moda.

Fakt ist: Die Coronakrise hat auch in der Formel 1 Folgen. Bis Mitte Juni sind alle Rennen abgesagt. Aber Liberty Media braucht Einnahmen, um die Einkünfte an die Teams auszuschütten.

Nach Informationen von F1-Insider.com sind es dabei tatsächlich die Einnahmen der aktuellen Saison, die anhand des WM-Schlüssels aus dem Vorjahr in zehn Raten an die einzelnen Mannschaften ausgeschüttet werden. Die Höhe ergibt sich aus einer Schätzung der voraussichtlichen Gewinne. Sollten die über- oder unterhalb der vorausgesagten Summe liegen, werden die Raten am Ende des Jahres entsprechend angepasst.

Das Problem: Im Moment hat die Formel 1 kaum Umsätze zu verzeichnen. Und wie sehr sich das ändert, wenn Rennen vor leeren Tribünen stattfinden sollten, ist unklar.

Hintergrund: 30 Prozent aller Formel-1-Einnahmen kamen 2019 durch die Streckenbetreiber zustande, 38 Prozent durch die TV-Rechte, 15 Prozent durch Sponsoren. Das Problem: Verträge können nachverhandelt werden, wenn weniger als 15 Rennen ausgetragen werden oder der GP für Zuschauer gesperrt ist. Derzeit stehen nur 14 Termine fest und keiner weiß, ob die auch wirklich stattfinden können.

McLaren hat als erstes Team reagiert und viele seiner Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt. Teamchef Andreas Seidl sowie die Fahrer Carlos Sainz und Lando Norris verzichten auf einen Teil ihres Gehalts.

Jetzt folgt auch Williams. Bis Ende Mai wurden einige Mitarbeiter nach Hause geschickt. Die Chefetage und die Fahrer müssen auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichten. Bei Nicholas Latifi, dem Neuzugang, ist das natürlich reine Formsache. Der Kanadier bringt viel Geld mit, nur so hat er den Platz überhaupt erst bekommen.

Bei Williams ist die Sache ernster als bei McLaren. Erstens ist das Unternehmen an der Börse notiert. Zweitens gilt der Traditions-Rennstall seit Jahren als finanzielles und sportliches Sorgenkind der Formel 1.

Viele Teamchefs fürchten, dass die Coronakrise einige Formel-1-Teams zum Ausstieg aus der Königsklasse des Motorsports bewegen könnte. Entsprechende Sorgen wurden bereits von Günther Steiner (Haas), Zak Brown (McLaren), Franz Tost (Alpha Tauri) und Frédéric Vasseur (Alfa Romeo) geäußert. 

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