Lewis Hamilton baut Mercedes’ unglaubliche Serie in Abu Dhabi aus. Max Verstappen neben ihm in Reihe eins. Ferrari verpatzt das Qualifying.

Der Weltmeister beendet seine Qualifying-Saison mit einem Erfolg: Lewis Hamilton holt sich die Pole für das Formel-1-Finale am Sonntag. Es ist bereits seine fünfte in Abu Dhabi, die 88. insgesamt und seine erste seit dem Deutschland GP im Juli.

“Das ist so lang her! Ich bin sehr happy, die Saison mit einer Pole zu beenden. Es war ein spezielles Auto dieses Jahr – schön, dass ich es zum Abschluss stolz machen konnte”, sagt Hamilton. Teamkollege Valtteri Bottas wird mit zwei Zehnteln Rückstand Zweiter im Qualifying, muss aber wegen Motorwechsels vom Ende des Feldes starten.

Der Drittplatzierte Max Verstappen (+0,360 Sekunden hinter Hamilton) rückt dadurch in die erste Reihe vor. “Das war das Beste, was wir heute rausholen konnten. Mercedes ist ziemlich dominant hier”, erklärt der Holländer. “Ich bin glücklich, in der ersten Reihe zu stehen. Damit haben wir morgen noch viele Chancen. Mercedes ist aber auch auf den Longruns sehr schnell”, so Verstappen.Hamilton indes brennt auf eine Revanche für die Niederlage zuletzt in Brasilien: “Ich freue mich morgen auf die nächste Schlacht mit Max”, sagt der Brite.

Unglaublich: In jedem Rennen der Hybrid-Ära seit 2014 holt Mercedes in Abu Dhabi die Startplätze eins und zwei! Silberpfeil-Boss Toto Wolff lobt: “Diese Strecke liegt Lewis und unserem Auto. Ein perfektes Resultat!” Auch über Bottas’ Rückversetzung kann Wolff schon wieder lachen: “Das bedeutet, dass wir selbst bei umgedrehter Startaufstellung auf jeden Fall auf Pole stehen”, scherzt Wolff.

Wenig zu lachen hat hingegen Ferrari: die Scuderia verpatzt das Qualifying in Abu Dhabi gewaltig. Am Ende des entscheidenden dritten Quali-Abschnitts geht Ferrari die Zeit aus: Sebastian Vettel kann seine fliegende Runde gerade noch so beginnen, Teamkollege Charles Leclerc kommt dahinter nicht mehr über die Linie. Der Monegasse motzt am Funk: “Wir schaffen es nicht mehr, Seb macht zu langsam.”

“Ferrari steht sich einmal mehr selbst im Weg”, urteilt TV-Experte Martin Brundle, verteidigt aber Vettel. Brundle: “Man kann Vettel diesmal nicht die Schuld dafür geben. Er hatte selbst den Red Bull von Alex Albon vor sich.” Mit den im Stau kalt gewordenen Reifen, kann Vettel seine Zeit ohnehin nicht mehr verbessern, wird noch hinter Leclerc Fünfter mit einer halben Sekunde Rückstand auf die Pole. Beide Ferrari rücken wegen der Bottas-Strafe ebenfalls auf.

Interessant aber die Reifenwahl: Alle Top-Piloten mit Ausnahme von Vettel setzen in Q2 auf Medium-Reifen, starten mit diesen ins Rennen – nur der Deutsche geht am Sonntag mit weichen Pneus in den Grand Prix und kann damit vor allem in der Startphase attackieren.Hinter den Ferrari-Piloten rundet Alex Albon die Top-6 im zweiten Red Bull ab. Spannend geht es auch zu im Kampf ums Mittelfeld und WM-Rang fünf bei den Konstrukteuren: beide Renault (91 Punkte) schaffen es in die Top-10. Daniel Ricciardo wird Achter, Nico Hülkenberg Zehnter. Die Toro Rosso (83 Punkte) scheiteren hingegen schon im zweiten Quali-Abschnitt, starten nur auf den Plätzen zwölf und 14.

Auch in seinem letzten Formel-1-Qualifying einmal mehr Schlusslicht: Robert Kubica. Unglaublich: Williams-Teamkollege George Russell gewinnt das Quali-Duell gegen den Polen damit tatsächlich 21:0. Ganz anders das Bild bei McLaren: dort entscheidet Lando Norris (P7) das Duell gegen Carlos Sainz (P9) erst im letzten Quali der Saison mit 11:10 für sich.

Autor: Frederik Hackbarth

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