Haas Design-Konzept. Copyright: Twitter

Zuletzt kursierten im Internet Konzept-Zeichnungen des HaasF1. Anlass genug für F1-insider.com das Interview zu veröffentlichen, dass während des Grand Prix der USA 2014 mit Gene Haas geführt wurde.

Herr Haas, warum wollen Sie als Amerikaner eigentlich in die Formel 1?

Gene Haas (61): Für mich ist der Motorsport eine Plattform, mein Hauptgeschäft, den Bau von Fräsmaschinen, zu promoten. Ich mache das schon längere Zeit in der NASCAR. Für mich ist das ein Businessmodell. Wird Ihr Team die Formel 1 in den USA noch attraktiver machen? Das will ich hoffen! Die Formel 1 hat in den USA bereits eine kleine, sehr loyale Fan-Gemeinde. Was wir noch brauchen ist mehr Tradition, weitere Rennen an ein und demselben Ort. Und ein US-amerikanisches Team wird sicher nicht schaden. Mein Traumszenario ist der Kampf der Nationen: ein amerikanisches Team gegen ein deutsches und ein italienisches. Das könnte man alles noch viel größer aufziehen – wie im Fußball.

 Die Formel 1 befindet sich gerade in einer Krise. Macht Ihnen das Sorgen?

Das macht mich schon nervös. Ich weiß aber auch, dass wir die Dinge anders angehen als jene Teams, die jetzt in Schwierigkeiten stecken.

Inwiefern?

Für mich ist die Formel 1 nicht nur ein teures Spielzeug wie für einige andere Millionäre. Ich mache das in der NASCAR schon seit Jahren und muss es jetzt nur auf die Formel 1 übertragen. Und ich denke, darin werde ich erfolgreich sein.

Haas Design Konzept 2. Copyright: Twitter
Haas Design Konzept 2. Copyright: Twitter

Womit wären Sie zunächst zufrieden?

Ich will Rennen beenden. Die Autos vollständig an die Strecke und heil zurück an die Box bringen. Ich will einfach nur gut vorbereitet sein. Wir haben in so kurzer Zeit noch so viel zu lernen. Aber wenn wir es schaffen, wenige Ausfälle zu verzeichnen, können wir in die Top 10 der Konstrukteurs- WM kommen.

Und wie lautet das Fernziel?

Wenn wir in den ersten fünf Jahren ein Rennen gewinnen könnten, wäre das phänomenal. Und danach? Vielleicht zwei Rennen gewinnen (lacht).

Ist ein amerikanischer Fahrer für Sie ein Muss?

Ein amerikanischer Fahrer wäre ein Plus. Realistisch gesehen wird das aber schwer. Denn er wäre wohl eher ein Neuling. Wir brauchen aber erfahrene Piloten, die uns helfen können, das Auto zu entwickeln und zu lernen.

Haas (r.) und sein Teamchef Günther Steiner. Copyright: privat
Haas (r.) und sein Teamchef Günther Steiner. Copyright: privat

Wie weit sind Sie mit Ihrer Fabrik?

Der Bau ist gerade fertig geworden. Wir installieren jetzt gerade die Carbon-Öfen und die Design-Büros. Der Plan ist, dass wir mit der Fertigung der ersten Teile im September 2015 beginnen. Das Computerdesign soll spätestens Anfang nächsten Jahres losgehen.

Haben Sie dafür schon genug Techniker an Bord?

Noch nicht. Aber im Januar kam ein großer Schwung an Experten. Es dauert seine Zeit, bis die Struktur steht. Man darf dabei nichts überstürzen. Diesen Fehler haben Teams wie Marussia oder Caterham gemacht. Sie sind überstürzt in die Formel 1 eingestiegen und bis heute ihrem Rückstand hinterhergelaufen. Das funktioniert in der Formel 1 aber nicht. Deshalb nehmen wir uns ein ganzes Jahr Zeit.

Ihnen gehört der wahrscheinlich beste Windkanal der Welt. Ein Vorteil?

Definitiv. Bislang haben wir damit zwar nur 100-Prozent-Modelle getestet. Das ist in der Formel 1 verboten. Aber wir haben auch schon Versuche mit kleineren Modellen unternommen, die sehr gut verliefen. Den Windkanal werden wir also bestimmt weiter nutzen.

Sie haben Ferrari als Motorpartner gewählt. Warum?

Wir hatten auch ein Angebot von Mercedes. Aber Ferrari hat uns ein besseres Paket gemacht. Das Regelwerk erlaubt uns eine Vielzahl von Teilen einzukaufen. Wir haben wenig Erfahrung in der Formel 1. Deshalb brauchen wir diese Hilfe. Und mit Ferrari haben wir den besten Lehrer.

 

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