Hülkenberg im Porsche. Copyright: Facebook
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Force India-Pilot Nico Hülkenberg fährt heute für Porsche seine ersten 24 Stunden von Le Mans. F1-insider.com sprach mit Hülkenberg über seine Premiere beim Langstreckenklassiker.

Herr Hülkenberg, waren Sie mit der Formel 1 nicht genug ausgelastet oder warum fahren Sie quasi nebenbei die 24 Stunden von Le Mans?

Naja, es gibt nicht alle Tage die Gelegenheit mit einer Marke wie Porsche zu arbeiten. Klar habe ich mir die Frage gestellt: Versaue ich mir meine Formel-1-Karriere damit – auch wegen des unterschiedlichen Fahrstils? Ich glaube das aber nicht. Ich bin genug Kilometer in einem Formel 1 gefahren. Das Gefühl ist abgespeichert. Trotzdem habe ich die Kapazität mich auch in ein anderes Auto zu setzen und damit schnell zu fahren.

Was ist anders bei so einem Langstreckenrennen?

Man sagt immer Langstreckenrennen, aber eigentlich ist das ein Sprintrennen. Wir pushen von Boxenstopp zu Boxenstopp, mehr als in der Formel 1. Eine der besonderen Herausforderungen in Le Mans ist das Fahren bei Nacht. Du kommst kaum zum Schlafen. Beim Test in Aragon habe ich da schon einen Vorgeschmack bekommen. Ich hatte dort versucht gerade einzupennen, da ruft dann das Team plötzlich an: Du musst jetzt rüberkommen, in 60 Minuten bist du dran. Halb zwei bin ich eingestiegen, knapp zwei Stunden rumgeballert, wieder raus, gegessen, geruht und morgens um fünf noch einmal gefahren. Und morgens um 10 Uhr bin ich ins Hotel ins Bett gegangen.

Sie mögen das Fahren bei Nacht?

Ja, die Nacht hat eine besondere Atmosphäre. Um dich herum ist alles schwarz, du fährst da in deiner eigenen Welt. Mir gefällt das. Dazu kommt der ständige Verkehr: Das bringt eine Extra-Brisanz und Herausforderung, weil du immer antizipieren musst, was der andere macht. Einmal falsch eingeschätzt und du bleibst lange stecken.

Ist so ein Sportwagenrennen mittlerweile spannender als die Formel 1?

Für mich ist Formel 1 und Le Mans wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Beides ist Motorsport auf Top-Niveau. Der größte Unterschied sind Allradantrieb und Traktionskontrolle. Auf den Geraden sind die Prototypen deshalb genauso schnell wie ein Formel 1, in langsamen Kurven nicht ganz. Ich hab übrigens das Porsche-Projekt nicht mit dem Hintergedanken gemacht, dass das meine Rente ist. Aber natürlich ist es irgendwann mal eine Alternative. Das will ich gar nicht verneinen. Im Moment finde ich es einfach nur cool und wollte die Erfahrung sammeln.

Ihr Ziel für Le Mans?

Ich finde es vermessen zu sagen, dass ich als Neuling aufs Podium will. Aber natürlich ist das mein Traum. Ich gehe als Anfänger in dieses Rennen. Es ist lang und unberechenbar. Ich gehe mit offenem Kopf da rein, will Spaß haben und eine gute Leistung für Porsche und mich bringen. Meine Lernkurve ist jedenfalls noch extrem steil.

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