Giedo van der Garde als Sauber-Testfahrer. Copyright: Sauber
Giedo van der Garde als Sauber-Testfahrer. Copyright: Sauber

Es ist eine der meist diskutierten Geschichten vor dem Saisonstart der Formel 1 am nächsten Wochenende: Ex-Sauber-Testfahrer Giedo van der Garde will sich  in das Sauber-Cockpit einklagen. Allein: Mehrere Formel-1-Insider verstehen nicht, warum der niederländische Ex-Formel-1-Pilot so weit geht. 

So sagt Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko zu F1-insider.com: „Es ist wie in der Ehe: Wenn eine Beziehung zerrüttet ist, kann man niemanden der Beteiligten zwingen, die Ehe aufrecht zu halten.“ Marko weiter: „In einem solchen Fall muss man als Teamverantwortlicher schauen, wie der Vertrag aussieht, ob der Fahrer einen groben Verstoß begangen hat oder welche anderen Möglichkeiten es gibt. Weiterfahren macht aber keinen Sinn. Für keinen der beiden Parteien. Und am Ende sind die Interessen eines ganzen Teams immer höher als die eines Einzelnen.“

Red Bull hatte auch schon mal einen Fall, der in diese Richtung ging. 2007 feuerte Red-Bulls Juniorteam Toro Rosso seinen Piloten Scott Speed mitten in der Saison. Beim Großen Preis von Ungarn wurde er von Sebastian Vettel ersetzt. Gerhard Berger, der einer der Teilhaber von Toro Rosso war, machte sich damals unter anderem für Vettel als Nachfolger stark. Zum Fall Sauber und van der Garde hat der Ex-Ferrari-Pilot auch eine Meinung: „Ohne die Hintergründe über Vertragsdetails zu kennen stimme ich auf jeden Fall Dr. Marko zu: Der Fahrer tut sich keinen Gefallen damit, dort fahren zu wollen, wo er nicht mehr erwünscht ist.“

Giedo van der Garde im Sauber. Copyright: Sauber
Giedo van der Garde im Sauber. Copyright: Sauber

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn hat auch Stellung bezogen: „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, wäre es unangebracht sich zu einzelnen Details zu äußern”, wird sie in einem Teamstatement zitiert. “Wir werden jedoch alles daran setzen, die Interessen unseres Teams und des Unternehmens zu wahren. Das letzte Jahr war sehr herausfordernd. In der Vorbereitung auf die Saison 2015 haben wir uns klar darauf fokussiert, entscheidende Schritte zu setzen, um wieder auf den Erfolgsweg zurückzukehren. Dies um in der neuen Saison unseren zahlreichen Fans und unserem sportlichen Anspruch wieder gerecht zu werden.“

Hintergrund: In einem erstinstanzlichen Entscheid eines Schweizer Schiedsgerichts wurde kürzlich dem Antrag Giedo van der Gardes stattgegeben, dass Sauber alle Handlungen unterlassen muss, die ihn daran hindern könnten, als einer der beiden nominierten Fahrer bei Sauber an der Rennsaison 2015 teilnehmen zu können. Dieser Entscheid ist zwar rechtlich verbindlich aber noch nicht rechtskräftig. Nun hat Van der Garde zusätzlich vor einem australischen Gericht in Melbourne seinen Anspruch eingeklagt. Am selben Ort, wo am 15. März der erste Grand Prix der Saison 2015 stattfindet. Eine erste Anhörung findet kommenden Montag statt.

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