Vettel in Kanada. Copyright: Ferrari
Vettel in Kanada. Copyright: Ferrari

Im Interview mit der aktuellen SPORT BILD spricht Sebastian Vettel über den Zuschauerrückgang in der Formel 1, Gründe und Gegenmaßnahmen.

Nichts gegen Frauenfußball. Aber wenn die Frauenfußball-WM mit 5,13 Millionen Zuschauern höhere Einschaltquoten zu verzeichnen hat als der Große Preis von Kanada (4,45 Mio) zur gleichen und vor allem besten Sendezeit, dann hat die Formel 1 ein Problem. Und zwar ein gewaltiges. Der Trend ist nicht zu übersehen. Immer mehr Fans schalten bei den Rennen der Königsklasse des Motorsports ab. Und immer mehr ehemalige Motorsport-Pilgerer bleiben auch den Strecken fern. Selbst denen in Europa. Der Kartenvorverkauf für den Grand Prix in der nächsten Woche am Red Bull Ring liegt laut Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko „trotz intensiver Promo-Aktionen weit hinter dem Vorjahr zurück.“

Deshalb macht sich nun sogar Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel Sorgen um seine Formel 1. „Der beste Indikator sind die Zuschauer an der Strecke“, sagt der Ferrari-Pilot in einem Interview in der SPORT BILD. „Und die kommen nicht mehr in der Anzahl, wie das mal der Fall war. Wir haben in diesem Jahr deshalb sogar unser Heimrennen in Deutschland verloren. Daran sollten wir uns orientieren, da sollten wir ansetzen.“

Und das tun die Piloten. Die Fahrergewerkschaft hat auf Initiative des ehemaligen Weltmeisters eine Fanumfrage gestartet. „Wir haben uns als Fahrer überlegt, ob die Formel 1 auf einem guten oder einem schlechten Weg ist“, erklärt Vettel. „Dazu brauchen wir die Meinung der Fans. Wir wollten das Heft mal in die Hand nehmen.“

Sich selbst bezeichnet der Heppenheimer zwar immer noch als „großen Fan des Sports an sich.“ Allerdings, so räumt selbst der Deutsche ein, „sind die Rennen zu kompliziert geworden. Wie soll jemand noch richtig durchblicken, der sich nicht sieben Tage die Woche mit der Formel 1 beschäftigt, wie ich das tue? Und, ganz wichtig: Die Tickets sind einfach zu teuer geworden. Wie soll sich ein normaler Familien-Vater einen Besuch an der Rennstrecke noch leisten können?

Wenn es nach Vettel ginge, würde die Rennserie schnellstmöglich wieder spektakulärer werden. „Wir müssen die Autos wieder schneller machen – sei es durch mehr Power, bessere Reifen oder mehr Abtrieb. Es muss wieder eine Herausforderung sein diese Biester zu zähmen, denn dann trennt sich viel eher die Spreu vom Weizen.“

Von der Fanbefragung via Internet verspricht sich der Ferrari-Star viel. „Es ist die größte Umfrage, die es jemals im Sport gegeben hat“, so Vettel. „Es muss deshalb sehr interessant sein für die Strippenzieher der Formel 1 zu erfahren, was nicht passt. Und zu verstehen: Wie tickt der Fan? Bernie Ecclestone ist involviert und er ist sehr gespannt auf die Ergebnisse. Aber auch die FIA wird von uns informiert.“

Immerhin: Der ehemalige Formel-1-Fan Vettel ist bei seinem neuen Arbeitgeber Ferrari derzeit rundum zufrieden. „Für mich ist wirklich ein Traum in Erfüllung gegangen. Dessen bin ich mir bewusst. Schon als Kind malte ich mir aus, wie es wohl wäre,  in der Formel 1 mit diesem roten Auto zu fahren. Michael Schumacher war halt mein großes Idol – und er fuhr seine großen Erfolge mit Ferrari ein. Deshalb ist es etwas ganz Besonderes bei Ferrari fahren zu dürfen.“

Vettel schwärmt von Ferrari. Via AUTO BILD MOTORSPORT hatte er deshalb in der vergangenen Woche einen Brief an seine Fans geschrieben, den F1-insider.com hier erstmals online veröffentlicht. PLEASE DO NOT USE FOR SOCIAL MEDIA!

Vettels Brief an die Ferrari-Fans. Do not use for social media!!!
Vettels Brief an die Ferrari-Fans. Do not use for social media!!!

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