Vettel nach seinem Reifenplatzes. Copyright: Ferrari
Vettel nach seinem Reifenplatzes. Copyright: Ferrari

„Die Qualität der Reifen ist miserabel – und das schon seit Jahren. Wenn mir das 200 Meter früher passiert wäre, würde ich jetzt wahrscheinlich nicht hier stehen.“

Der Tag danach. Mit seinen harten Aussagen nach seinem Reifenplatzer zwei Runden vor Schluss des Großen Preises von Belgien hat sich Sebastian Vettel nicht nur Freunde gemacht. Niki Lauda bezeichnet die Kritik als unfair. Zu F1-insider.com sagt er. “So etwas hätte ich von Sebastian nicht erwartet.”

Auch Mercedes-Sportchef Toto Wolff ist der Meinung, Ferrari habe schlicht und einfach zu viel riskiert. Lauda ergänzt: “Sie wollten alle anderen mit einem Stopp überholen. Dann ist es aber ihr Problem, wenn der Reifen platzt.”

Andere Teams wollen sich derzeit aus dem Streit raushalten. Aus politischen Gründen. Doch sie haben F1-insider.com zumindest verraten, dass Pirelli auch ihnen gesagt hat, jeder Reifentyp würde problemlos 30 Runden lang halten. Vettel aber war erst in seiner 28. angelangt, als der hintere rechte Pneu platzte.

Ich meine: Sebastian Vettel hat alles richtig gemacht. Probleme mit den Pirelli-Reifen gibt es in der Tat seit Jahren. Mercedes-Mann Wolff erklärte, nach Nico Rosbergs Reifenplatzer am Freitag habe man aus Sicherheitsgründen sogar über drei Stopps nachgedacht. Bloß: Warum muss man einen Zusatzstopp in Betracht ziehen, wenn mit den Reifen doch alles in Ordnung ist?

Vettel hat einfach nur die Eier gehabt das zu sagen, was fast alle denken – und wozu kaum jemand anders vor laufender Kamera oder eingeschaltetem Diktiergerät stehen will. Selbst zwei Ex-Weltmeister haben mich gebeten ihren Standpunkt nicht mit ihrem Namen zu verknüpfen. Ihre Argumentation: „Vettel hat vollkommen Recht. Zuerst Rosberg, dann er. Wir können froh sein, dass wir nicht zwei neue Trauerfälle haben. So etwas darf nicht passieren.“

Ein Reifen kann abbauen, die Rundenzeiten können in den Keller gehen. Aber ohne Vorwarnung zu explodieren; das geht gar nicht! Das ist lebensgefährlich für die Fahrer! Und bei Vettel und Rosberg war es genau so. Im Fall Vettel ließen die konstant guten Rundenzeiten nicht auf einen übermäßigen Abbau schließen. Deshalb war die Einstoppstrategie auch kein Risiko.

Zu Niki Lauda: Mich interessiert, was er wohl gesagt hätte, wenn Lewis Hamilton so einen Reifenplatzer gehabt hätte. Hätte der Mercedes-F1-Boss in seinem Nebenjob bei RTL Pirelli dann immer noch verteidigt? Glaube ich nicht.

Statt auf Vettel einzuprügeln, sollte man ihm eher ein Denkmal setzen. Vielleicht hat er mit seiner Kritik nämlich sogar Leben gerettet. Schon für Monza muss Pirelli dafür sorgen, dass ihre Reifen nicht mehr ohne Grund explodieren können.


 

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7 KOMMENTARE

  1. Seb hat den Mut ,um zu sagen ,was da fuer ein Mist von Pirelli geliefert wird !Es waere besser,wenn wieder mehrere Reifenhersteller die Formel Eins beliefern wuerden !

  2. Statt auf Vettel einzuprügeln, sollte man ihm eher ein Denkmal setzen. Vielleicht hat er mit seiner Kritik nämlich sogar Leben gerettet.

    Das ist lächerlich. Neben Vettel haben sich am Freitag weitere Fahrer (Alonso, Hamilton, Massa) Charlie gestellt. Hamilton soll sogar nach einem neuen Reifenhersteller nachgefragt haben. Da braucht man Vettel nicht als den Herren mit den dicken Eiern und Helden darstellen. Wäre ihm der Unfall nicht passiert hàtte er nicht rumgebölgt. Nichtsdestotrotz Recht hat er.

  3. Sebastian Vettel hat Recht, wenn Pirelli sagt, die Reifen halten locker 30 Runden, dann muss etwas nicht stimmen! Klar wären vielleicht zwei Stopps besser gewesen, aber wenn man von Pirelli die Bestätigung erhält, das die Reifen halten, dann muss man sich auch darauf verlassen können, zum Glück ist nichts schlimmeres passiert! Es geht ihr um das Leben von allen Fahrern

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