Hockenheim: „Betreiben kein Glücksspiel“

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Hockenheimring-Geschäftsführer Georg Seiler weist nach der Absage des Formel-1-Grand Prix von Deutschland 2015 jede Schuld von sich. Mercedes wollte helfen.

Hockenheimring-Geschäftsführer Georg Seiler weist nach der Absage des Formel-1-GP Deutschland 2015 jede Schuld von sich: „Jemand muss bereit sein, das finanzielle Risiko zu tragen“, erklärt er in der aktuellen SPORT BILD. „Wir als mittelständiges Unternehmen können es nicht. Die Entscheidung, ob der GP in diesem Jahr stattfindet, liegt nicht in unserer Verantwortung.“

Hockenheim hätte für den Nürburgring einspringen wollen, dessen Besitzer sich nicht in der Lage sahen, das Rennen auszurichten. Doch man hat sich mitFormel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone nicht auf eine Antrittsprämie einigen können, die bezahlbar ist. Seiler: „Wir haben uns als Ersatz angeboten. Dies schließt logischerweise jegliches finanzielles Risiko für uns aus. Wir betreiben im Unternehmen kein Glücksspiel.“

Bernie Ecclestone sieht die Schuld an der Absage des Traditionsrennens allerdings auch nicht bei sich. Zu SPORT BILD sagt er: „Wir verkaufen keine Tickets. Der Veranstalter muss dafür sorgen, dass er genug Einnahmen hat.“

Fast hätte eine Rettung des Rennens indes doch noch geklappt. Nach Informationen von SPORT BILD wollte Mercedes 50 Prozent des Verlustes tragen und den GP auf eigene Kosten bewerben. „Wir glauben nicht, dass es die Aufgabe der teilnehmenden Teams ist, den einzelnen Rennstreckenbetreibern finanziell unter die Arme zu greifen. Das ist kein tragbares und nachhaltiges Model für die Zukunft“, ließ der Konzern auf SPORT BILD-Nachfrage verlauten. „Nichtsdestotrotz ist der Deutschland Grand Prix auch aus Sicht des gesamten Rennkalenders und der Formel 1 ein besonders wichtiges Rennen im Kalender und wir haben ein Interesse daran, dass dieses Rennen stattfindet. Mercedes-Benz hat an Gesprächen teilgenommen und einen signifikanten Betrag angeboten, um sicherzustellen, dass ein Deutschland Grand Prix 2015 auf dem Hockenheimring stattfindet. Dieses Angebot wurde leider nicht angenommen.“

Ex-Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen sieht in der Formel 1 selbst das Problem, dass immer weniger Fans zu den Rennstrecken pilgern – und die sich deshalb die hohen Antrittspreise nicht mehr leisten können. Frentzen: „Die Autos sind heute viel leichter zu fahren als damals. Das kommt unterschwellig beim Zuschauer an. Heute bieten selbst Skateboardfahrer mit einer Helmkamera spannendere Bilder als manche Formel-1-Sendung.“

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