Schumacher: Mick und Michael – Vater und Sohn erobern die Formel 1

Die Schumis

Alles über Michael und Mick Schumacher

Von Michael zu Mick Schumacher

Als Haas-Teamchef Günther Steiner mit einem nicht übersehbaren Anflug von Stolz in seiner Mimik im November 2020 endlich bekannt gab, dass sein Team Mick Schumacher für die Formel-1-Saison 2021 verpflichten würde, war das weniger als ein winziger Schritt für die Menschheit – für den Sohn der Formel-1-Legende aus Kerpen indes ein riesengroßer.

Denn eins steht jetzt schon fest: Trotz aller Vorbehalte und bar jeder Vernunft hat der kleine Schumacher es damit allen bewiesen. Denn er kann jetzt mit Recht behaupten, dass er einer der wenigen im Weltsport ist, die nicht an den großen Fußstapfen des Vaters gescheitert sind.

Warum? Weil der Aufstieg in die Formel 1 im Fußball der Berufung in die Nationalmannschaft gleichkäme. Und das ist genau das, was die meisten Söhne vieler Weltstars beim Sport mit der ehemaligen runden Lederkugel eben nicht geschafft haben. 

Michael Schumacher und die Gier nach Erfolg

Dabei war es eher ein Nachteil, dass Schumi junior mit goldenen Löffeln aufgewachsen ist. Sein Vater musste den Motorsport nutzen, um aus der Sackgasse der unteren Mittelschicht herauszukommen. Deswegen entwickelte er diese unendliche Gier, Erfolg zu haben. Sein Erfolgsimperativ ließ ihn dabei ein übers andere Mal übers Ziel hinausschießen. Die Kollision mit Jacques Villeneuve beim Showdown in Jerez 1997 oder der absichtliche Crash in der Rascasse von Monaco sind die zwei berühmtesten Beispiele.

Mick Schumacher gewann wie sein Vater auch alle Nachwuchsserien – er musste aber nie wie sein Daddy in seinen Anfangstagen gebrauchte Kart-Reifen aus der Mülltonne fischen, um überhaupt fahren zu können. Gerade dass er es nicht notwendig hatte, den gleichen Sport wie seinen Vater zu wählen, machen seine bisherigen Erfolge und seinen Ehrgeiz noch erstaunlicher.

Ob er jetzt auch Titel wie der berühmte Vater einfährt, wird die Zeit zeigen. Allein: Er hat die Gene des Vaters und sie sind am Ende die Voraussetzung für den Erfolg.

Denn: Papa Michael fiel bei seinem Formel-1-Debüt 1991 in Spa nicht nur durch irren Speed auf – sondern auch durch erstaunliche Respektlosigkeit. Schon nach dem ersten freien Training musste er bei den Rennkommissaren vorsprechen. Wegen ungebührlichem Verhalten. Er hatte dem damals dreifachen Weltmeister Alain Prost nach der Bus-Stop-Schikane die Faust gezeigt. Der hätte ihn mit seinem Ferrari absichtlich eingebremst, ätzte Schumacher damals. Bei F1-Insider Ralf Bach, dem Autoren dieser Zeilen, wurde er noch direkter: „Er ist gefahren wie ein Blinder“, machte sich Schumi damals Luft, „ich habe kein Respekt vor ihm. Ayrton Senna hat ihn bei McLaren vorgeführt.“

Bruder Ralf: Ich war immer wahnsinnig stolz auf Michael

Schumi hatte vor wenigen Piloten Respekt

Es gab nur wenige Piloten, vor denen Schumacher damals Respekt hatte. Senna stand da ganz oben auf der Liste. Zu den Auserwählten zählten außerdem sein Mercedes-Junior Kollege Heinz-Harald Frentzen, dessen Naturtalent er bewunderte, und Mika Häkkinen. Das war es auch schon. Was interessant war: Mit allen drei legte er sich an. Frentzen schickte er bei einem Formel-3-Rennen am Österreichring ins Kiesbett. Häkkinen beförderte er beim F3-Weltfinale in Macao in die Leitplanken. Und mit seinem Idol Senna legte er sich bei F1-Testfahrten in Hockenheim an.

Skurril, aber wahr: Auf diese Weise zollte Schumacher ihnen Respekt.Als Weltmeister wurde er milder. In seiner Zeit bei Ferrari gab es zwei weitere Piloten, die er bewunderte. Das wurde deutlich, als er in Brasilien im Motorhome von Bernie Ecclestone ein freies Training der Kollegen zusammen mit dem Autor dieser Zeilen anschaute.

Sein Ferrari hatte früh gestreikt. Als die Kameras einen wild am Limit fahrenden Räikkönen einfingen, sprudelte es spontan aus ihm heraus: „Was ein Rennfahrer!“

Ebenso fast euphorisch redete er über Fernando Alonso: „Ferdinando,“ flüsterte er mehr als es zu sagen, „ist ein kommender Weltmeister.“ Er sollte mit seiner Einschätzung der beiden recht behalten. Räikkönen ersetzte ihn 2007 bei Ferrari und gewann den Titel. Und Alonso lieferte sich mit seinem Renault 2005 und 2006 harte, aber immer faire Kämpfe mit Schumacher und Ferrari. Und behielt zweimal die Oberhand. 

Mick Schumacher hat Michaels Gene

Fest steht: Schumacher junior hat mit seiner Aussage, er fürchte keinen der aktuellen Piloten, nicht nur die Seelenverwandtschaft zur Formel-1-Legende untermauert. Besser noch: Er muss sich mit keinem Idol anlegen. Das nämlich ist sein Vater.

Der Weg ist bereitet, in die großen Fußstapfen seines Helden aus der Familie zu treten.

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