George Russell holte in Barcelona die Pole Position und wurde am Ende Zweiter. Für Ex-Formel-1-Fahrer Juan Pablo Montoya ist klar: Mercedes hat den Briten mit seiner Strategie um den möglichen Sieg gebracht.
Dass Lewis Hamilton in Spanien seinen ersten Ferrari-Sieg feiern konnte, lag für viele Beobachter an der starken Pace des siebenmaligen Weltmeisters und der gelungenen Drei-Stopp-Strategie der Scuderia. Montoya sieht jedoch noch einen weiteren entscheidenden Faktor: Mercedes habe George Russell selbst in eine schwierige Lage gebracht.
Hamilton kam bereits in Runde zwölf zum ersten Boxenstopp. Mercedes reagierte sofort und holte Russell eine Runde später an die Box. Das Problem aus Sicht Montoyas: Während Ferrari auf drei Stopps setzte, blieb Mercedes bei einer Zwei-Stopp-Strategie.
Montoya: Mercedes reagierte falsch auf Hamilton
„Was mich bei Mercedes wirklich überrascht hat, war, dass sie auf Lewis‘ Strategie reagiert haben, aber gleichzeitig an ihrer eigenen Strategie festhielten“, erklärte Montoya bei F1 TV. „Damit haben sie sich selbst in eine sehr schwierige Situation gebracht.“
Der Kolumbianer kritisiert vor allem den frühen ersten Stopp des Mercedes-Piloten. Russell musste dadurch auf seinem letzten Reifensatz mehr als 30 Runden absolvieren.

Nach Ansicht Montoyas hätte Mercedes deutlich länger draußen bleiben müssen.
„Wenn man ein Zwei-Stopp-Rennen fahren will, stoppt man nicht schon in Runde 13 oder 15. Dann hätte man eher bis Runde 21 oder 22 fahren müssen“, sagte der frühere Williams- und McLaren-Pilot.
Dadurch wäre Hamiltons Strategie deutlich schwieriger umzusetzen gewesen. Stattdessen öffnete Mercedes dem Ferrari-Star laut Montoya ungewollt die Tür zum Sieg.
Teamkollege Antonelli als Beispiel
Besonders auffällig: Kimi Antonelli blieb beim ersten Stopp mehrere Runden länger draußen als Russell. Genau das habe gezeigt, wie groß die Auswirkungen des frühen Boxenstopps gewesen seien.

„Bei einem Reifenabbau von nur zwei Zehnteln pro Runde verliert man in vier zusätzlichen Runden bereits fast eine Sekunde“, rechnete Montoya vor. „Man gewinnt zunächst etwas Zeit, macht sich das Rennen am Ende aber deutlich schwerer.“
Russell musste sich letztlich mit Platz zwei begnügen. Hamilton feierte dagegen seinen ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari und den 106. Erfolg seiner Formel-1-Karriere.
Die Kritik des ehemaligen Formel-1-Siegers passt zu einer Debatte, die Mercedes bereits seit dem Spanien-GP begleitet: Hat sich das Team mit seiner Strategie selbst um die Chance auf den Sieg gebracht?
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