Red-Bull-Legende Helmut Marko bleibt dem GP Österreich in Spielberg fern, obwohl er Botschafter des Red Bull-Rings ist. Das sind die Gründe.
Wenn die Formel 1 an diesem Wochenende in Spielberg gastiert, wird eine prägende Figur des Red-Bull-Erfolgs fehlen: Helmut Marko.
Ausgerechnet beim Heimrennen seines langjährigen Teams wird der ehemalige Motorsportberater nicht vor Ort sein, obwohl er in Graz nur rund eine Autostunde vom Red Bull Ring entfernt lebt und obwohl er seit April offizieller Botschafter des Red Bull Rings ist.
Marko widerspricht Spekulationen
Wie BILD berichtet, will Marko einem Aufeinandertreffen mit den Red-Bull-Verantwortlichen aus dem Weg gehen. Schließlich werden neben Sportchef Oliver Mintzlaff auch Eigentümer Mark Mateschitz und der thailändische Mehrheitsanteilseigner Chalerm Yoovidhya in Spielberg erwartet.
Marko selbst weist solche Vermutungen jedoch entschieden zurück. „Ich gehe niemandem aus dem Weg“, sagt der 83-Jährige gegenüber F1-Insider.com. Vielmehr habe er das Kapitel Formel 1 bewusst geschlossen.

Marko hatte sich Ende 2025 nach 20 Jahren als Motorsportchef von Red Bull zurückgezogen und seinen noch ein weiteres Jahr laufenden Vertrag vorzeitig aufgelöst. Unter seiner Führung gewann das Team mit Sebastian Vettel und Max Verstappen insgesamt acht Fahrer-Weltmeisterschaften und entwickelte zahlreiche Talente zu Grand-Prix-Siegern.
Bewusster Schlussstrich nach einer einzigartigen Karriere
Marko genießt inzwischen sein Leben abseits der Formel 1. Der frühere Le-Mans-Sieger konzentriert sich unter anderem auf seine Hotelprojekte, seinen Wald und schaut die Rennen als Zuschauer am Fernseher. „Ich verfolge die Königsklasse jetzt als interessierter Fan“, betont er. Beim Besuch von F1-Insider.com in Markos Schlossberghotel in Graz wird klar: Sein neues Leben füllt ihn aus. Am wichtigsten dabei: Der Blutdruck ist gesunken.
Viele Experten sehen eine Lücke bei Red Bull
Fest steht aber auch: Red Bull hat mit dem Abschied von Marko eine wichtige Führungsfigur verloren. Trotz des leistungsstarken Antriebs liegt das Team in der Konstrukteurs-WM nur auf Rang vier und droht weiter auseinanderzubrechen.
„Das zeigt vor allem, wer fehlt – und das ist Dr. Helmut Marko“, bringt es Sky-Experte Ralf Schumacher auf den Punkt. „Er stand hinter dem Team und hinter den Fahrern, hat klare Grenzen gesetzt und die Richtung vorgegeben.“
Marko habe zudem viele Probleme im Hintergrund gelöst und wichtige Personalentscheidungen getroffen. „All das ist jetzt weg“, so Schumacher.
Anspannung also bei Red Bull, Entspannung dagegen bei Marko. Den Österreich-GP wird der langjährige Red-Bull-Macher jedenfalls entspannt verfolgen. Diesmal eben nicht an der Strecke, sondern von seiner heimischen Couch aus.
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