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Formel-1-Wirbel um Verstappens Horror-Flügel

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Silverstone 2026
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool
Bianca Garloff
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Nach zwei gefährlichen Abflügen von Max Verstappen schaut die FIA genauer hin. Im Fokus steht ein spektakulärer Heckflügel-Trick von Red Bull und Ferrari. Doch ist die neue Technik wirklich schuld?

Max Verstappen ist sauer. „Das ist supergefährlich“, funkte der viermalige Weltmeister nach seinem jüngsten Abflug in Silverstone. Schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit verlor der Niederländer plötzlich die Kontrolle über seinen Red Bull RB22 – und wieder deutete vieles auf ein Problem am Heckflügel hin.

Die Folge: Die FIA nimmt nun die neue aktive Aerodynamik der Formel-1-Autos genauer unter die Lupe. Besonders im Fokus: die sogenannten „Macarena“-Heckflügel von Red Bull und Ferrari.

Was steckt hinter Red Bulls Flügel-Trick?

Hintergrund: Ab der Saison 2026 ersetzt die aktive Aerodynamik das bisherige DRS-System. Auf den Geraden wechseln die Autos in einen sogenannten Straight Mode, um den Luftwiderstand zu verringern. In Kurven sorgt der Corner Mode wieder für maximalen Abtrieb.

Ferrari und Red Bull gehen dabei einen besonders kreativen Weg: Statt die oberen Heckflügel-Elemente nur flachzustellen, drehen sie diese weiter – teilweise sogar in eine umgekehrte Position quasi um die eigene Achse. Daher der Spitzname „Macarena“-Flügel. Die Idee: Noch weniger Widerstand auf der Geraden, dadurch mehr Topspeed.

Doch der Vorteil hat offenbar Risiken.

Verstappen verliert plötzlich das Heck

Bei Verstappens Unfällen schien sich der Heckflügel zwar vor der Kurve wieder korrekt zu schließen. Doch bei modernen Formel-1-Autos reicht schon eine kleine Störung des Luftstroms aus.

Formel 1 Max Verstappen Red Bull Silverstone 2026
Max Verstappen. Credit: Getty Images / Red Bull Content Pool

Das Problem: Der Heckbereich ist ein komplexes Zusammenspiel aus Heckflügel, Diffusor, Endplatten und weiteren Aero-Elementen. Wenn der Luftstrom beim Wechsel vom Geradeaus- in den Kurvenmodus abreißt, kann plötzlich Abtrieb verloren gehen – und das Heck bricht aus.

Genau dieses Verhalten zeigte der Red Bull bei Verstappens Abflügen.

Red Bull und Ferrari mit unterschiedlicher Lösung

Interessant: Obwohl beide Teams auf die gleiche Grundidee setzen, unterscheiden sich die Systeme deutlich.

Ferrari versteckt die Hydraulik des Mechanismus in den Endplatten. Dadurch können sich die Flügelelemente fast direkt drehen – daher auch der „Macarena“-Vergleich.

Red Bull setzt dagegen auf einen zentralen Mechanismus in der Mitte des Heckflügels. Die Elemente werden über Streben bewegt und stehen im Straight Mode höher über dem Heck.

Gerade dieser komplizierte Bewegungsablauf könnte die Abstimmung schwieriger machen.

Droht ein Verbot?

Aktuell handelt es sich bei den FIA-Untersuchungen vor allem um Sicherheitschecks. Ein Regelverstoß steht nicht im Raum. Die Behörde will verstehen, ob beim Wechsel zwischen den Aero-Modi ein Risiko entsteht.

Denn die Regeln erlauben für die Bewegung der Elemente bis zu 400 Millisekunden. Je schneller der Wechsel gelingt, desto besser – vor allem, wenn gleichzeitig gebremst und eingelenkt wird.

Formel 1 Lewis Hamilton Ferrari Spielberg 2026
Lewis Hamilton. Credit: Sam Bagnall/Sutton Images

Ferrari hatte bislang keine bekannten Probleme mit seiner Lösung. Der Blick richtet sich deshalb vor allem auf Red Bull.

Für Verstappen kommt die Untersuchung jedenfalls nicht ungelegen. Der Weltmeister hatte bereits mehrfach betont, dass er seinem RB22 aktuell nicht vollständig vertraut. Und bei Tempo 300 kann ein plötzlich verlorenes Heck schnell mehr sein als nur ein Performance-Problem.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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