Sainz bei Ferrari: Wird er der neue Barrichello?

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Carlos Sainz wechselt zu Ferrari
Carlos Sainz wechselt zu Ferrari

Der Nachfolger von Sebastian Vettel steht fest: Carlos Sainz. Ist das die große Chance für den Spanier – oder wird er nur ein Wasserträger?

Der 77. Formel-1-Fahrer bei Ferrari heißt also Carlos Sainz. Damit hat Ferrari eine der jüngsten Fahrerpaarungen der Teamgeschichte: Charles Leclerc wird beim Saisonstart 2021 erst 23 Jahre alt sein, Sainz 26. Noch jünger waren nur Jacky Ickx (23) und Chris Amon (24) 1968.

Wie ist die Verpflichtung von Sainz als Nachfolger für Sebastian Vettel zu bewerten?

Auf dem Papier wäre Daniel Ricciardo die bessere Wahl gewesen. Gewiss: Mit 30 Jahren ist der Australier nicht mehr der jüngste Pilot im Feld. Aber dafür hat er mit sieben Siegen und 29 Podien aus 171 Grands Prix schon gezeigt, dass er aus einem Siegerholz geschnitzt ist.

Dagegen die Bilanz von Sainz: Trotz 25 Jahren mit 102 WM-Rennen schon sehr erfahren, aber der dritte Platz in Brasilien 2019 war sein erster Podestbesuch.

Interessant ist vor allem der Vergleich mit den Teamkollegen. Ricciardo und Sainz hatten zwei Mal denselben Stallgefährten: Max Verstappen und Nico Hülkenberg. Sainz und Verstappen fuhren 2015 gemeinsam bei Toro Rosso. Das Duell entschied Verstappen mit 49:18 WM-Punkten sehr deutlich für sich. Ricciardo und Verstappen trafen von 2016 (ab dem Spanien-GP) bis 2018 bei Red Bull aufeinander. Mit 608:590 Punkten war Verstappen nur knapp besser als Ricciardo – in zwei von drei Jahren war Ricciardo in der Endabrechnung sogar vor Verstappen!

Ein ähnliches Bild mit Nico Hülkenberg. Sainz war 2018 bei Renault der Stallkollege des Deutschen und unterlag mit 53:69 Punkten, während Ricciardo 2019 bei Renault Hülkenberg besiegte (mit 54:37 Zählern).

Heißt also: Sportlich wäre Ricciardo für Ferrari klar die bessere Wahl gewesen. Natürlich zeigte Sainz bei McLaren 2019 eine starke Saison, die mit WM-Rang sechs belohnt wurde. Aber Sainz wirkte auch deswegen so gut, weil der McLaren-Renault so gut und die vierte Kraft im Feld war. Teamkollege Lando Norris gilt zwar als großes Talent, war aber Rookie bei McLaren.

Dass Ferrari sich für Sainz und nicht für Ricciardo entschieden hat, ist eine Message: Ferrari baut das Team voll um Charles Leclerc auf. Der Monegasse ist mit 22 Jahren jung – und die Zukunft der Scuderia. Politisch ist seine Stellung gestärkt: Er kommt aus dem Ferrari-Juniorprogramm, er wird von Nicolas Todt gemanagt, dem Sohn des FIA-Präsident Jean Todt – der noch immer exzellente Beziehungen zu Ferrari hat. Todt war der Erfolgsteamchef in der Ära Michael Schumacher bei Ferrari.

Sainz dürfte bei Ferrari also die Nummer zwei sein – so wie Eddie Irvine und Rubens Barrichello an der Seite von Michael Schumacher. So wie Felipe Massa an der Seite von Fernando Alonso. So wie Kimi Räikkönen an der Seite von Sebastian Vettel.

Nichtsdestotrotz: Für Sainz ist es eine große Chance. Irvine gewann immerhin vier Rennen mit Ferrari, Barrichello neun, Massa 2008 sogar fast die Weltmeisterschaft.

Danke an Michael Zeitler von AUTO BILD MOTORSPORT für die Infos.

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