Formel-1-Videos: Die besten zehn Rennen seit 1990

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Formel 1 GP Europa 2007 Jerez
Formel 1 GP Europa 2007 Jerez

Die Formel 1 zeigt auf ihrem Youtube-Kanal Highlight-Rennen aus der Geschichte: Heute gibt’s den Europa-GP 1997. Was waren die besten Rennen aller Zeiten?

Virtuelle Gaming-Events mit dem Spiel F1 2019 und inzwischen immerhin sechs aktiven Formel-1-Fahrern sowie historische Rennen – mit diesen beiden Mitteln will die Formel 1 ihre Fans auch über die durch das Coronavirus bedingte lange Formel-1-Pause bringen.

Heute um 20 Uhr gibt’s auf dem offiziellen Youtube-Account der Formel 1 den Jerez-GP 1997. Das Rennen also, als Michael Schumacher Jacques Villeneuve mit dem berühmt-berüchtigten Rammstoß zum Weltmeister machte.

Am vergangenen Wochenende zeigte die Königsklasse den Monaco-GP 1996 – ein Rennen, das nur vier Fahrer beendet haben und völlig überraschend durch Außenseiter Olivier Panis im Ligier-Mugen-Honda gewonnen wurde. Erst verlor Pole-Mann Michael Schumacher den Start, dann noch in der ersten Runde seinen Ferrari: Crash, alles aus. Damon Hill führte überlegen, bis sein Renault-Motor den Geist aufgab. Jean Alesi übernahm die Führung, wurde aber ebenfalls durch einen Defekt gestoppt. Diese Ausfallserie, eine gute Strategie auf feuchter Strecke und eine fehlerfreie Fahrt bescherte Panis den unverhofften Sieg.

Sternstunden wie diese sucht man in der Formel 1 heute vergebens. Seit sieben Jahren haben nur Mercedes, Red Bull und Ferrari Grands Prix gewonnen. Außenseiter schaffen es höchstens mal auf das Podest, wie in Deutschland und Brasilien 2019 – zwei sehr spannende Rennen. Oft sind es solche Chaos-Rennen, die Geschichte schreiben.

Hier zeigen wir Ihnen unsere zehn besten Rennen der letzten 30 Jahre.

Brasilien 2008: Besser kann eine Weltmeisterschaft nicht entschieden werden – mit einem Überholmanöver in der letzten Kurve der letzten Runde des letzten Rennens. Erst jubelte Felipe Massa (Ferrari), weil er vor heimischem Publikum unter schwierigen Bedingungen ein perfektes Rennen fuhr, gewann und für wenige Sekunden wie der sichere Weltmeister galt. Doch dann zog Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) doch noch an Timo Glock (Toyota) vorbei und sicherte sich damit den für die WM entscheidenden fünften Platz. Massa und seine Familie weinten bittere Tränen. Emotionen pur.

Europa 1999: Es war das Rennen, das keiner gewinnen wollte und schon mit einem Überschlag von Pedro Diniz (Sauber-Petronas) begann. Er blieb unverletzt. Heinz-Harald Frentzen verteidigte am Start seine Führung, fiel dann kurz nach seinem Boxenstopp aber aus. David Coulthard (McLaren-Mercedes) schied durch einen Fahrfehler aus. Ralf Schumacher (Williams-Supertec) wurde durch einen Reifenschaden um alle Siegchancen gebracht. Am Ende siegte völlig überraschend Johnny Herbert im Stewart-Ford vor Jarno Trulli (Prost-Peugeot) und Rubens Barrichello (Stewart-Ford). Es war das einzige Rennen der WM-Geschichte, bei dem nur Fahrer aus Teams auf dem Podest standen, deren Chef früher selbst ein Formel-1-Weltmeister war…

Imola 2006: Immer wieder wird darüber diskutiert, wie man denn nun das Überholen erleichtern kann. Manchmal ist es aber auch einfach spannend, weil eben nicht überholt wird. Beim Imola-GP jagte Fernando Alonso (Renault) das ganze Rennen lang Michael Schumacher (Ferrari). Alonso war schneller, kam aber einfach nicht vorbei. Und Schumi zeigte, warum er sieben Mal Formel-1-Weltmeister wurde: Weil er einem solch immensen Druck ein Rennen lang standhalten konnte…

Bahrain 2014: Es war das Jahr, das die Formel 1 verändert hat: Der Einzug der Hybridmotoren verärgert bis heute viele Fans, vor allem, weil sie vielen zu leise sind. Und weil Mercedes seither den Sport dominiert. Das war auch 2014 so. Aber Lewis Hamilton und Nico Rosberg duellierten sich damals um den Sieg, wie es das selten gibt. Mehrmals überholten sie sich gegenseitig. Rosberg war schneller, Hamilton aber cleverer – er lotete die Grenzen des teaminternen Duells besser aus und gewann. Auch im Mittelfeld war allerhand los: Bei einer Kollision mit Pastor Maldonado (Lotus-Renault) überschlug sich Esteban Gutiérrez (Sauber-Ferrari).

Belgien 1998: Das Knaller-Rennen begann mit dem größten Massencrash der Formel-1-Geschichte in der Anfahrt zu Eau Rouge: Rennabbruch,  Neustart (mit vier Autos weniger), aber dafür immer noch Chaos: Michael Schumacher (Ferrari) kollidierte beim Überrunden David Coulthard (McLaren-Mercedes) und fuhr sein Dreirad zurück an die Box. Immer wieder kam es auf regennasser Bahn zu haarsträubenden, aber glimpflich verlaufenden Unfällen. Und am Ende gewann einer, den kaum jemand auf der Rechnung hatte: Damon Hill im Jordan-Mugen-Honda. Ralf Schumacher war am Ende zwar schneller, aber Teamchef Eddie Jordan wollte den ersten Sieg seines Rennstalls nicht gefährden und sprach Stallorder aus.

https://youtu.be/1akMC5f-WoI

Italien 2008: Dass Sebastian Vettel ein schneller Fahrer ist, das war allen schon vor Monza 2008 klar. Aber wie gut er ist, dass zeigte sich erstmals vor allem beim Italien-GP 2008: Im Regen-Qualifying holte er sich im Toro-Rosso-Ferrari überlegen die Pole-Position. Anders als viele dachten, wurde er aber im Rennen nicht Platz für Platz zurückgereicht, sondern fuhr einen blitzsauberen Sieg heraus. Die Geburtsstunde eines wahren Champions.

Deutschland 2019: Regenrennen sind oft die spannendsten Rennen des Jahres. Vor allem, wenn die Bedingungen immer wieder wechseln – wie beim Deutschland-GP 2019. Rutschige Auslaufzonen im Motodrom sorgten für reihenweise Abflüge von Topstars wie Charles Leclerc (Ferrari), Nico Hülkenberg (Renault), aber auch Lewis Hamilton (Mercedes). Hamilton konnte zwar weiterfahren, kam aber nicht in die Punkte. Trotz eines wilden Drehers gewann Max Verstappen (Red Bull-Honda) vor Sebastian Vettel (Ferrari), der von Rang 20 auf Platz zwei stürmte und Daniil Kvyat (Toro Rosso-Honda).

Europa 1993: Nur einmal gastierte die Formel 1 in Donington. Doch das Rennen wurde historisch: Ayrton Senna (McLaren-Ford) überholte in der Startrunde drei Champions: Alain Prost (Williams-Renault), Damon Hill (Williams-Renault) und Michael Schumacher (Benetton-Ford) und gewann durch eine sensationelle Leistung das Rennen, das wegen wechselnder Bedingungen zu massenhaft Boxenstopps führte.

Belgien 1991: Ein Rennen, das Geschichte schrieb: Michael Schumacher debütierte im Jordan-Ford, qualifizierte sich sensationell auf Startplatz sieben, sieben Zehntelsekunden schneller als sein erfahrener Teamkollege Andrea de Cesaris. Nach nur wenigen hundert Metern schied Schumi zwar mit einem Kupplungsschaden aus, aber gleich beim Debüt hat der Deutsche Eindruck gemacht. Und es hätte noch viel mehr drin sein können: De Cesaris fuhr bis zu seinem Motorschaden drei Runden vor Schluss sogar auf Rang zwei! Ayrton Senna gewann im McLaren-Honda.

Europa 2007: Markus Winkelhock fuhr nur ein einziges Rennen – und das im Spyker-Ferrari, einem der schlechtesten Autos des Jahres. Aber den Nürburgring kannte er, vor allem auch sein launisches Wetter. So startete er mit Regenreifen auf trockener Bahn und führte plötzlich überlegen das Rennen an, als der Regen einsetzte und die Konkurrenzen reihenweise von der Strecke rutschten. Alleine in Kurve eins strandeten sieben Fahrer! Das Rennen wurde abgebrochen und neu gestartet, Winkelhock schied bald darauf mit einem Defekt aus und Fernando Alonso (McLaren-Mercedes) gewann das Rennen.

Danke an Michael Zeitler von AUTO BILD MOTORSPORT für die Inspiration.

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