Vettel für Ferrari nur noch Bremsklotz

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Sebastian Vettel Credit: Ferrari
Sebastian Vettel Credit: Ferrari

Sebastian Vettel musste in Sotchi den Barrichello spielen. Schlechte Laune beim Deutschen

Sein 250. Rennwochenende war für Sebastian Vettel (33) eines zum Vergessen. Einem schweren Unfall im Qualifying mit einem zerstörten Ferrari und angeschlagener Mentalität folgte ein Rennen, in dem er um die hinteren Plätze kämpfen musste – und am Ende auf Rang 13 landete.

Während Teamkollege Charles Leclerc als Sechster immerhin acht Punkte ins geschundene Maranello mitnehmen konnte, musste der Deutsche dem Monegassen auch noch dabei helfen. Dementsprechend säuerlich stand er nach dem Rennen da. „Ich hatte eine schlechte erste Runde, weil ich Carlos Sainz (Unfall; d. Red.) ausweichen musste. Danach sind mir im ständigen Verkehr die Reifen eingegangen.“

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Schlimmer aber als die schlechte Platzierung war die endgültige Erkenntnis, dass jetzt in der Tat eingetreten ist, was Ferrari-Kenner vor der Saison prophezeit haben: Nach der frühzeitigen Vertragsverlängerung mit Leclerc und der gleichzeitigen Kündigung für Vettel ist er zum Barrichello geworden. Hintergrund: Der Brasilianer Rubens Barrichello hatte in seinen gemeinsamen Ferrari-Jahren mit Michael Schumacher von 2000 bis 2005 nur eine Aufgabe: dem Rekordweltmeister zu dienen und im Rennen für ihn zu fahren.

Für Vettel sah das in Sotchi so aus: Leclerc wurde, weil er im Rennen vor ihm lag, planmäßig früher zum Reifenstopp reingeholt. Aber anstatt bei Vettel eine Runde später die abgefahrenen Reifen zu wechseln, ließ der Kommandostand den Hessen erst mal draußen. Er sollte die drängelnden Renaults aufhalten, damit Leclerc vor den französischen Rennern ins Ziel fahren konnte.

Sein 250. Rennwochenende war für Sebastian Vettel (33) eines zum Vergessen
Sein 250. Rennwochenende war für Sebastian Vettel (33) eines zum Vergessen. Credit: Ferrari

Das gelang zumindest zur Hälfte. Während Daniel Ricciardo zu schnell für den Monegassen war, konnte Leclerc immerhin dessen Teamkollegen Esteban Ocon hinter sich halten. Vettel war das augenscheinlich egal: „Ich musste den Bremsklotz für die Renaults spielen, das hat auch nicht gerade geholfen.“

Auch die Aussicht auf seinen Heim-GP in 14 Tagen am Nürburgring mit 20.000 zugelassenen Zuschauern kann die Laune des Heppenheimers, die sichtlich am Tiefpunkt ist, nicht verbessern. „Ja, das Rennen mit den Fans am Ring ist ein besonderes“, gibt er zwar zu, schiebt aber desillusioniert sofort nach: „Vom Auto aber ändert sich aber nicht viel.“

Fakt ist: Vettel hat jetzt nur noch die Chance auf ein starkes Rennen, wenn er Leclerc im Qualifying hinter sich lässt. Das aber wird immer schwerer. „Ferrari wird Sebastian nicht mehr in die Weiterentwicklung einbinden. Neue Teile wird Leclerc bekommen, Rennstrategien werden für ihn ausgelegt“, prophezeit Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher. „Das ist aber völlig normal in der Situation“

Der Sky-Experte sieht dennoch einen grünen „Silberstreif“ am Horizont: „Die letzten Rennen muss Sebastian einfach versuchen, das Beste für sich herauszuholen und seine Motivation aufs nächstes Jahr richten. Denn der vierte Platz von Sergio Perez in Sotchi zeigte einmal mehr, wie viel Potential im nächsten Jahr bei Aston Martin vorhanden sein wird.“ Nicht umsonst gilt die Farbe Grün als Symbol der Hoffnung.

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