Hamilton im Mercedes. Copyright: Mercedes
Hamilton im Mercedes. Copyright: Mercedes

Mercedes hat Ferrari auf dem Radar… Letzter Tag der zweiten Formel-1-Testwoche in Barcelona. Die Zeiten sind bei solchen Winterprobefahrten meist wenig aussagekräftig. Alle Teams fahren unterschiedliche Programme, mit anderen Reifen, mal mit viel, mal mit wenig Sprit im Tank. Dazu kommt: In Barcelona war es besonders am Sonntag extrem kalt und ein Wind, der mit bis zu 60 km/h wehte, erschwerte die Bedingungen erheblich. Helmut Marko zu F1-insider.com: “Deshalb ist eigentlich nicht vernünftig, im Winter nach Barcelona zum Testen zu fahren. In Gegenden zu testen, wo es zu dieser Jahreszeit konstantere und berechenbarere Witterungsbedingungen gibt, wäre besser für uns alle.” Ein viel besserer Gradmesser für die Hackordnung ist deshalb die Stimmung im Team. Geht man nach dem Spaßfaktor, hat Ferrari in der Tat einen riesigen Schritt gemacht.

Teamchef Maurizio Arrivabene weiß als ehemaliger Marlboro-Europachef genau, wie man die PR-Klaviatur richtig spielt. Was er bei seiner Pressekonferenz in Barcelona durchgezogen hat, war aber außergewöhnlich. Er redete fast eine Stunde lang – und brachte einen Lacher nach dem anderen. Der Höhepunkt: seine Geschichte über den Iceman Kimi Räikkönen. Der so heißt, weil er eben genauso gefühlskalt wirkt wie ein Eisklotz.

„Ich sah Kimi einmal unter dem Auto liegen und an irgendetwas herum schrauben“, erzählte Arrivabene nun also, „da fragte ich ihn: ,Was machst du da?’ Seine Antwort: ‘Ich war mal Mechaniker’. Da sagte ich darauf: ‘Ok, aber rühr dieses Auto nicht an und mach den Job, der für dich vorgesehen ist!’ Die Jungs waren völlig überrascht, dass er geredet und geredet hat. Aber genau das ist diese neue Atmosphäre im Team.”

Das Saisonziel umreißt der neue Rennleiter der Roten zwar weiter mit zwei Siegen. Sollten es vier werden, so verspricht der Italiener allerdings, „laufe ich 100 Kilometer bis Maranello.“

Die gute Stimmung bei Ferrari, sie ist offenbar ansteckend. Auch Sebastian Vettel, der die letzten beiden Testtage in Barcelona absolvierte, wurde die meiste Zeit mit einem Lächeln gesichtet. Sogar nach einem Ausrutscher in der Installationsrunde. „Da war ich wohl noch nicht richtig wach“, scherzte der Vierfachweltmeister. „Grundsätzlich fühlt sich das Auto gut an und wir machen unsere Hausaufgaben.“ Als eine spanische Reporterin wissen will, ob der SF15-T im Gegensatz zum Vorjahr ein „ganz neuer“ Ferrari sei, antwortete Vettel in typischer Lausbubenmanier: „Nun ja, Ferrari hat doch jedes Jahr ein neues Auto!“

Mercedes ist gewarnt. Die Silberpfeile sind zwar immer noch die Autos, die es – auch laut Vettel – zu schlagen gilt. Doch selbst im Lager des Weltmeisters ist den Protagonisten die Aufbruchstimmung bei Ferrari nicht entgangen. „Ich bin mir sicher, dass sie uns nähergekommen sind“, warnt Weltmeister Lewis Hamilton, der mit einer fiebrigen Erkältung zu kämpfen hatte. „Ferrari macht einen guten Eindruck.”

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Auch sein Teamkollege Nico Rosberg, der im August zum ersten Mal Vater einer Tochter werden soll, ist beeindruckt von Sebastian Vettels neuem Team. „Unsere Gegner haben sich eindeutig gesteigert“, glaubt er zu wissen. „Besonders Ferrari. Die können in diesem Jahr unser Gegner werden. Wir haben die Augen jedenfalls weit offen.” Rosberg kränkelte wie Hamilton vor sich hin. Bei ihm sorgte ein durch eine falsche Sitzposition entzündeter Nerv für Unwohlsein. Deshalb kam Nachwuchsmann Pascal Wehrlein zu einem weiteren Mercedes-Testeinsatz (mehr dazu heute ab 21 Uhr in SPORT BILD PLUS).

Ferrari im Stimmungshoch, Mercedes als rollendes Lazarett. Was das für das Kräfteverhältnis nach dem zweiten von drei Wintertests bedeutet, lesen Sie ab Mittwoch in SPORT BILD.

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