Purismus statt Pomp: Die karge Präsentation des neuen Ferrari SF15-T für die Formel-1-Saison 2015 im Internet steht für die neue Philosophie der Scuderia. Die Italiener wollen nach dem Abgang von Kult-Präsident Luca di Montezemolo im September und unter Führung von Fiat-Chef Sergio Marchionne und seinem Statthalter, Teamchef Maurizio Arrivabene, nicht mehr nur mit Worten überzeugen, sondern mit Leistung.

Arrivabene sagt nicht viel über das neue Auto, nur: “Enzo Ferrari hat mal gesagt, dass das schönste Auto immer jenes ist, das gewinnt. Im vergangenen Jahr hatten wir ein hässliches Auto – und es hat nicht gewonnen. Das diesjährige Auto mag ich aus ästhetischen Gesichtspunkten sehr gern. Über die Performance weiß ich noch nichts, aber es sieht sexy aus.“

Schon vor der Präsentation hatte Technikchef James Allison verraten: „Das diesjährige Auto sieht definitiv um einiges besser aus als das letztjährige, mit seiner hübschen Vorderseite und dem engen Heck. Im vergangenen Jahr waren wir zu langsam und nicht konkurrenzfähig.”

“Im Dezember war das Auto nahezu fertig, aber wir hatten noch einige interessante Veränderungen zusätzlich auf dem Plan,“ fügt Arrivabene hinzu, „und ich will nicht davon sprechen, dass wir die Weltmeisterschaft gewinnen, aber ganz sicher sind wir fest entschlossen, mindestens zwei Rennsiege zu holen.“

Zumindest in Punkto Ästhetik hat Ferrari zum Vorgängermodell einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Das Auto wirkt schlanker, mehr aus einem Guss. Die Farbe Schwarz hat zudem mehr Gewicht. Zufall oder nicht? Der neue Ferrari hat jetzt die gleichen Grundfarben wie der Lieblingsverein von Sebastian Vettel, Eintracht Frankfurt: Rot-Schwarz.

Das Überraschendste aber: Statt dem Aufkleber von Mutterkonzern Fiat prangt jetzt der Name von Fiat-Tochter Alfa Romeo auf dem Auto. Insider werten das als deutlichen Hinweis darauf, dass Ferrari sich immer mehr von Fiat abnabeln will.

Vettel und Räikkönen mit dem SF15-T. Credit: Ferrari
Vettel und Räikkönen mit dem SF15-T. Credit: Ferrari

Noch wichtiger als das Auto selbst sei aber die MitarbeitermotIvation gewesen. Arrivabene: „Es galt, die Motivation und die Leidenschaft wieder neu zu entfachen. Das war in den vergangenen Jahren etwas verloren gegangen.“

Das neue Zusammenhaltgefühl gilt auch für die Fahrer. „Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen müssen als Teamkollegen zusammenarbeiten und gemeinsam müssen sie mit dem Team arbeiten.“ Und er stellt unmissverständlich klar: „Ich möchte vermeiden, dass wir zu viel über die einzelnen Fahrer sprechen. Wichtig ist, dass wir alle zusammen in eine Richtung arbeiten. Ich erwarte von den Fahrern, dass sie da mitziehen.“

Fest steht: Ferrari gibt unter neuer Führung Vollgas, ohne aber zu überdrehen. Und immer wieder kommt neues Personal. Vom letzten Personalcoup erfuhr F1-insider.com: Chef-Stratege Neil Martin (erst 2011 von Red Bull zu Ferrari gewechselt) ist aus der Formel-1-Abteilung zu den GT-Rennwagen versetzt worden. Sein Nachfolger wird Inaki Rueda von Lotus, der auf speziellen Wunsch von Technikchef Allison nach Maranello wechselte.

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