Peinliche Premiere der virtuellen Formel 1 – nur Norris überzeugte

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Virtual F1 GP
Virtual F1 GP

Am Start gleich ein Massencrash, ein Lando Norris, der sich wegen technischer Probleme erst später zuschaltet und fast keine Formel-1-Stars: Der erste offizielle virtuelle Grand Prix der Königsklasse des Motorsports war zwar unterhaltsam, aber auch ein wenig peinlich. 

Die Formel 1 hatte das Rennen auf dem virtuellen Bahrain International Circuit als Ersatzprogramm für den abgesagten realen GP mit dem eigenen Codemasters-Spiel F12019 organsiert.

Virtual Bahrain GP
Virtual Bahrain GP: Startcrash

Das Ganze wirkte allerdings etwas hemdsärmelig. In der ersten Runde kegelten mindestens die Hälfte der Autos über die Piste. Auslöser der Startkollision: Nico Hülkenberg, der sein F1-Comeback im rosa Racing Point feierte – aber auf Platz elf (die Schadenfunktion der Renner war abgestellt und Hülkenberg konnte trotz Mega-Crash weiterfahren) das ersehnte Podium erneut verpasste. „Ich bin ja auch nur zum Spaß mitgefahren“, so der Deutsche. 

Das war auch besser so. Denn der virtual GP dauerte aufgrund technischer Schwierigkeiten nur 14 statt der geplanten 28 Runden. Gewonnen hat der chinesische Formel-2-Pilot Guanyu Zhou (Renault) vor Mercedes-Ersatzfahrer Stoffel Vandoorne (Belgien) und DTM-Pilot Philipp Eng (Red Bull).

Das Siegerpodest zeigt aber auch die größte Schwäche der virtuellen Veranstaltung: Es fehlten die Stars. Weder die Formel 1 noch die Teams haben es geschafft, die Originalpiloten zu verpflichten. Nur Lando Norris (Platz 5 nach Technikproblemen im Qualifying und Start von ganz hinten) und Nicholas Latifi (Platz sechs) waren dabei. Noch nicht einmal Rennspiel-Nerd Max Verstappen war zu einer Teilnahme zu bewegen.

Einerseits ist das schade, andererseits verständlich. Denn die Top-Piloten der realen Welt wollen sich in der virtuellen Formel 1 natürlich nicht blamieren. Zu unterschiedlich ist die Erfahrung mit Rennsimulationen am Computer und damit auch der Leistungsstand der jeweiligen Fahrer.

Die Folge für die Premiere an der F1-Konsole: Gastfahrer wie der Sänger Liam Payne, der ehemalige Golf-Weltranglistenfünfte Ian Poulter oder der sechsfache Bahnrad-Olympiasieger Chris Hoy mussten das Feld auffüllen und trugen nicht gerade zur Ausgeglichenheit bei.

Immerhin: Lando Norris hat seine Teilname (und auch seine Technik-Bugs) live auf Twitch gestreamt und Max Verstappen, Carlos Sainz, McLaren-Stratege Randeep Singh (“Randy”), seinen ehem. Renningenieur Andrew Jarvis (“Jarv”), George Russell, António Félix da Costa, seinen Chef Zak Brown und Alex Albon angerufen. Verstappen gab ihm dabei den Tipp, den Computer einfach auszuschalten und eine Serie zu schauen.

Einfach herrlich!

Das nächste Rennen ist für den 5. April geplant. Dann hätte eigentlich der GP in Vietnam stattfinden sollen.

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