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Le-Mans-Sieger Hülkenberg im Reisestress

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Nico Hülkenberg ist nach seinem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans im Reisestress!

Nico Hülkenberg (27) blättert in seinem mobilen Terminkalender. „Die Monate Mai und Juni waren schon hardcore“, stellt er fest, „aber das war es mir wert.“ Der Force-India-Pilot ist der Reiseweltmeister unter den F1-Piloten. Mit Formel 1 und Sportwagenrennen für Porsche fuhr er ein Doppelprogramm. „Das heißt zwar doppelt Spaß, aber auch doppelte Belastung“, sagt der Emmericher, der erst am vergangenen Wochenende die 24 Stunden von Le Mans gewann und ab morgen schon wieder für den Großen Preis von Österreich an den Red Bull-Ring reist. Dazwischen hatte er nur einen Tag frei. Hülkenberg ist nach seinem historischen Triumph beim wichtigsten Autorennen Europas im Reisestress!

„Es gibt nicht alle Tage die Gelegenheit, mit einer Marke wie Porsche zu arbeiten“, erklärt der Rheinländer seinen Doppeljob. „Ich war schon immer Porsche-Fan und beide Seiten hatten Interesse. Also warum nicht?“ Etwa 20 Tage mehr musste der Deutsche deshalb im ersten Halbjahr 2015 arbeiten. Termine bei Porsche in Weissach, Testfahrten, das Vorbereitungsrennen bei den sechs Stunden in Spa. Eine ausgeklügelte Reiseplanung ist da das A und O. Hülkenberg: „Ich hasse zum Beispiel Ein- und Auspacken. Deshalb hatte ich mir einen großen Koffer gekauft, hab den vollgepackt und mit den Sachen, die zwischendurch natürlich gewaschen wurden, musste ich drei Monate zurechtkommen. Über die Phase bin ich jetzt aber hinaus.“

Seit Ostern wohnt das doppelte Flottchen in Monaco. „Ich regeneriere mich zu Hause auf der Couch oder indem ich einen Entspannungstag in der Stadt einlege, mich mit Kollegen treffe oder in ein Café setze“, verrät er. Ansonsten versucht er auch auf Reisen abzuschalten. „Die Business Class ist immer noch ein Erlebnis für mich“, gibt Hülkenberg zu. Innerhalb von Europa fliegt aber auch er Economy.

Im Koffer immer mit dabei: Telefon und Laptop, um von unterwegs alle Anfragen beantworten zu können. Ob Steuerberater oder Anwalt; Hülkenberg managt sich ganz allein.

Trotz Reisestress: Der Abstecher nach Le Mans tat auch seiner Seele gut. „Im Porsche sitze ich in einem Auto, in dem ich vorne um die Wurscht kämpfen kann“, vergleicht er. „In der Formel 1 ist es mit dem Podium schwieriger.“ Mit sechs Punkten liegt Hülkenberg in der Königsklasse derzeit nur auf Tabellenplatz 12, Platz acht in Montreal war vor seinem historischen Sieg bei den legendären 24 Stunden von Le Mans allerdings schon ein erster Lichtblick. Hülkenberg ist trotzdem selbstkritisch. „Wir haben unsere Erwartungen nicht erfüllt“, räumt er ein, „weil wir mit dem Auto nicht effizient und gut genug gearbeitet haben. Es fehlt Abtrieb, deshalb sind wir zu langsam.“ Ein neues Aerodynamikpaket soll erst in Silverstone (5. 7.) am Start sein.

An Sportwagenrennen hat er indes längst Gefallen gefunden. Hülkenberg erklärt: „Man sagt immer Langstreckenrennen, aber eigentlich ist das ein Sprintrennen. Wir pushen von Boxenstopp zu Boxenstopp, mehr als in der Formel 1.“ Auch das Überrunden langsamer Autos und das Fahren bei Nacht gefallen ihm. Fazit: „Mein Sieg in Le Mans war der größte Erfolg meiner Karriere.“ In Spielberg wird er ab morgen zurückkehren in seinen Rennfahrer-Alltag.

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