Audi kämpft in seiner Debütsaison weiter um den Anschluss. Jetzt hat Gabriel Bortoleto offen über die größten Schwächen des Formel-1-Projekts gesprochen.
Audi wartet in seiner ersten Formel-1-Saison weiter auf den großen Durchbruch. Nach dem überraschenden Punktegewinn beim Debüt in Australien blieb das Team zuletzt ohne zählbaren Erfolg. Jetzt hat Gabriel Bortoleto eine schonungslose Zwischenbilanz gezogen – und dabei vor allem den Motor in den Fokus gerückt.
Der Brasilianer sorgte beim Saisonauftakt in Melbourne mit Platz neun für die ersten Audi-Punkte der Formel-1-Geschichte. Seitdem herrscht allerdings Flaute.
Nach sieben Rennwochenenden liegt Audi nur auf Rang neun der Konstrukteurs-WM. Die beiden WM-Punkte von Bortoleto sind bislang die einzige Ausbeute des Teams. Nico Hülkenberg wartet sogar noch komplett auf seine ersten Zähler.
Audi-Chassis überzeugt den Brasilianer
Trotz der schwierigen Ergebnisse sieht Bortoleto durchaus positive Ansätze. Vor allem das Fahrwerk und die Balance des Autos bewertet der 21-Jährige positiv. „Wir haben ein sehr gutes Auto mit einer verlässlichen Balance“, sagt Bortoleto. Für Siege und WM-Titel reiche das Paket zwar noch nicht, doch das Chassis habe von Beginn an einen guten Eindruck hinterlassen.
Klare Kritik am Motor
Deutlich kritischer fällt sein Urteil beim Antrieb aus. Audi sei zwar bei null gestartet und habe insgesamt gute Arbeit geleistet. Gegen die Konkurrenz werde der Leistungsnachteil jedoch immer offensichtlicher. „Uns fehlt einfach Leistung“, stellt Bortoleto klar.

Dabei gehe es nicht um einen einzelnen Schwachpunkt. Weder der Verbrennungsmotor noch das Energiemanagement seien allein verantwortlich. Vielmehr summierten sich viele kleine Defizite zu einem spürbaren Nachteil.
Daten zeigen den Rückstand
Besonders deutlich werde das laut Bortoleto beim Blick auf die Daten. „Wenn man die GPS-Daten anschaut, sieht man den Unterschied ganz klar“, erklärt der Brasilianer.
Audi verliere an mehreren Stellen Zeit auf die Konkurrenz. Jeder einzelne Nachteil falle für sich genommen kaum ins Gewicht. Über eine komplette Runde gerechnet summiere sich der Rückstand jedoch erheblich.
Trotz der Kritik sieht Bortoleto Potenzial. Mit etwas mehr Zuverlässigkeit und besserer Performance könnte Audi nach seiner Einschätzung deutlich weiter vorne fahren. Zudem hoffen die Ingolstädter auf die Nachbesserungen bezüglich des Motor-Angleichungssystems ADUO.
Fest steht: Der Abstand zu Haas, das aktuell Platz sieben in der Teamwertung belegt, ist überschaubar. Die Frage ist nur, wie schnell Audi seine Leistungsdefizite in den Griff bekommt.
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