Sebastian Vettel berichtet Jahre nach seinem Karriereende von einem prägenden Rennwochenende in seiner Formel-1-Laufbahn.
Der tödliche Unfall von Anthoine Hubert beim Formel-2-Rennen in Spa-Francorchamps 2019 hat Sebastian Vettel tief geprägt. Der viermalige Formel-1-Weltmeister verrät jetzt, dass er damals sogar ernsthaft darüber nachdachte, nicht mehr an den Start zu gehen.
Hubert war nach einem schweren Unfall in Eau Rouge/Raidillon ums Leben gekommen. Die Formel-1-Fahrer standen unter Schock, auch Vettel.
Vettel wollte nicht mehr fahren
In einem Beitrag für die New York Times erinnert sich der Deutsche an die Stunden nach dem Unfall. „Ich rief meine Frau Hanna an und sagte ihr, dass ich am Tag nach dem Unfall nicht fahren wollte“, verrät Vettel. Es sei das einzige Mal während seiner gesamten Karriere gewesen, dass er ernsthaft über einen Rückzug nachgedacht habe.

„Ich habe in dieser Nacht schlecht geschlafen. Trotzdem entschied ich mich, das Rennen zu bestreiten.“ Am Sonntag gingen schließlich alle 20 Fahrer an den Start. Charles Leclerc gewann damals seinen ersten Formel-1-Grand-Prix und widmete den Sieg seinem verstorbenen Freund Hubert.
Für Vettel blieb das Wochenende jedoch ein Wendepunkt. Zwar habe er zuvor bereits schwere Unfälle erlebt, doch der Tod des jungen Franzosen habe seine Einstellung nachhaltig verändert. „Nach diesem Wochenende dachte ich anders über meinen Sport. Das habe ich allerdings erst nach meinem Rücktritt richtig verstanden.“
Besonders ein Gedanke habe ihn seitdem begleitet. Vettel: „Ich hatte nie Angst vor den Geschwindigkeiten. Aber von da an konnte ich sie sehen, nicht nur spüren. Ich begann eine Verantwortung zu spüren, die ich zuvor nicht gehabt hatte. Geschwindigkeit, Fortschritt und Innovation sind nur dann von Bedeutung, wenn sie uns in die richtige Richtung bewegen.“
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Vettel beendete seine Formel-1-Karriere Ende 2022. Eine Rückkehr in den professionellen Motorsport wurde immer wieder thematisiert, hat der 38-Jährige bis heute jedoch nicht vollzogen.
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