Keine leichten Zeiten für Sebastian Vettel. Seit einem Jahr ist er sieglos. Bei Ferrari drängt sich zudem Charles Leclerc immer mehr in den Vordergrund.

Selten musste Sebastian Vettel (32) in seiner Karriere eine solche Niederlage einstecken. Während sein Teamkollege Charles Leclerc (21) Ferrari in Spa zum ersten Saisonsieg führte, schaffte es der Heppenheimer als Vierter ausgerechnet vor Ferraris Heim-GP in Monza noch nicht einmal aufs Podium. Und: Er ist jetzt ein Jahr ohne Sieg.

Obwohl der vierfache Weltmeister in der WM noch zwölf Punkte Vorsprung hat, zweifeln immer mehr Experten, dass er noch mal die Kurve kriegt gegen seinen immer stärker werdenden Teamkollegen. Ex-Weltmeister Nico Rosberg (34) hatte schon nach Leclercs Pole-Position am Samstag gefordert, Vettel zur Nummer zwei zu machen. Im GP musste der Hesse seinen Teamkollegen auch prompt passieren lassen, als ein früher Boxenstopp ihn nach vorn gespült hatte.

Allein: Noch räumt Teamchef Mattia Binotto (49) Vettel bei der Stallorderfrage eine Schonfrist ein. Binotto zu AUTO BILD MOTORSPORT und F1-Insider: „In Spa war Charles der Schnellere, deshalb mussten wir alles tun, um den Sieg gegen Mercedes sicherzustellen.

Aber es kann schon beim nächsten Rennen wieder anders für Sebastian laufen.“

Credit: @Scuderia Ferrari Press Office

In Spa musste Vettel als Mercedes-Bremse herhaltenVettel ist also noch keine Edel-Nummer-2! Der Italiener weiter: „In Hockenheim und Ungarn war er noch schneller. Vielleicht passte in Spa einfach das Set-up nicht. Er hatte mit großem Reifenverschleiß zu kämpfen. Wir müssen das noch analysieren. Ich sehe seine Situation jedenfalls nicht so negativ. Abgesehen davon: Nummer 1 ist bei uns immer das Team.“

Dass Vettel in Belgien Lewis Hamilton blockte und Leclerc so das Siegen leichter machte, weiß Binotto entsprechend zu schätzen. „Seb hat sich in Spa als starker Teamplayer gezeigt und so unseren ersten Sieg mit ermöglicht. Das rechnen wir ihm hoch an.“Fest steht: Was das Image betrifft, ist Leclerc trotzdem drauf und dran, den Deutschen zu überholen.

Selbst Mercedes-Konkurrent Lewis Hamilton (34) streut Leclerc Rosen. „Wenn man als junger Fahrer zu Ferrari kommt, ist das immer schwierig. Wenn man dann aber immer häufiger einen vierfachen Champion im Training besiegt und auch im Rennen schneller ist, dann spricht das für sich selbst.“

Experten wie Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve glauben indes noch an die Comebackfähigkeiten Vettels:  „Sebastian muss noch in dieser Saison das Zepter wieder in die Hand nehmen. Sonst wird Leclerc 2020 gleich als Nummer 1 auf den Titel angesetzt.“

*Dieser Artikel ist als Erstes in AUTO BILD MOTORSPORT (ABMS) erschienen.

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