Ferrari: Binotto lernt aus Schumacher-Ära

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Charles Leclerc Credit: Ferrari
Charles Leclerc Credit: Ferrari

Es ist der härteste Job in der Formel 1: der des Ferrari-Teamchefs. Mattia Binotto  versucht trotzdem ruhig zu bleiben und baut auf einen Motor

Charles Leclerc konnte einem in Mugello leidtun. Nacheinander wurde der Ferrari-Star beim GP der Toskana durchgereicht. Ricciardo, Sainz, Albon und Co. schnupften den Monegassen regelrecht auf. Am Ende wurden die roten Renner im Wohnzimmer auf der Heimstrecke in Italien Achter und Zehnter – aber auch nur, weil acht Autos Unfällen oder Defekten zum Opfer fielen.

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Grund der aktuellen Misere: der Antrieb der roten Renner. Der musste nach dem geheimen Deal mit der FIA und weiteren technischen Direktiven zurückgerüstet werden. Resultat: zwei Ferrari, die extrem schwach sind auf der Brust – die aber für einen bärenstarken Motor gebaut wurden. Die tödliche Kombination des SF1000: viel Luftwiderstand, wenig Power. Es droht die schlechteste Saison seit 40 Jahren. Ferrari liegt derzeit nur auf Platz sechs der Gesamtwertung.

Immerhin: Für 2021 kündigt Teamchef Mattia Binotto nun eine Teillösung an: „Der Motor wird komplett neu sein. Er läuft bereits seit Monaten auf dem Prüfstand.“

Ein neuer Motor ist auch bitter nötig. Denn danach greift das Regelwerk erneut erbarmungslos zu. Demnach ist  für 2021 noch ein neuer Antrieb erlaubt, dann aber dürfen die meisten der 41 Motorkomponenten pro Jahr bis 2023 nur noch einmal verändert werden. Das betrifft auch Teile wie Zylinderköpfe oder Gehäuse. 2024 und 2025 wird die Motorentwicklung komplett eingefroren. Erst 2026 kommt dann ein neues Motor-Reglement.

Ferrari Teamchef Binotto
Mattia Binotto Credit: @Scuderia Ferrari Press Office

Ein neues Chassis-Regelwerk kommt dagegen schon 2022. Ein Segen für Ferrari, denn bis dahin darf das Auto nur minimal weiterentwickelt werden.

Doch Binotto gibt sich nicht geschlagen. Er will seine Erfahrungen aus der Schumacher-Ära nutzen, um die Scuderia zurück in die Spur zu bringen. „Ich bin ein privilegierter Mann“, erklärt der ehemalige Motor-Ingenieur von Michael Schumacher. „Ich hatte das Privileg, den Beginn der 2000er Jahre mit Jean Todt, Ross Brawn, Michael Schumacher und all diesen Fahrern zu sehen.“

Die Zeit habe ihn geprägt und helfe ihm in der aktuellen Tiefphase. Denn: „Ich habe viel über die Mentalität gelernt, die man braucht, um zu gewinnen. Es gibt immer Momente, die sehr schwierig sein können. Dann ist es wichtig, geduldig, aber dennoch entschlossen zu bleiben und zu versuchen sich zu verbessern.“

Der erwähnte Ross Brawn – damals Technikchef und heute Formel-1-Sportchef – stützt Binotto und warnt vor einer vorschnellen Personalentscheidung an der Teamspitze. „Eine Hau-Ruck-Reaktion löst niemals ein Problem“, sagt er. „Ein strukturierter Plan ist erforderlich – und die Zeit, die erforderlich ist, damit er zusammenkommt. Das Team muss möglicherweise verstärkt werden, aber es braucht keine Revolution.“

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