Verstappen: Red Bull profitiert vom Max-Faktor

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Max Verstappen Credit: Red Bull Content Pool
Max Verstappen Credit: Red Bull Content Pool

Max Verstappen startet als Zweiter in den GP Russland. Der Red Bull-Star hat Siegchancen – wegen einer Idee beim Abendessen

Am Ende ist es immer eine Frage der Balance. Der vom Auto. Aber auch der Fahrerseele. Das Timing für die fahrerische Explosion muss passen. Auf den Punkt. Das gelang im Qualifying zum GP Russland – mal wieder – Red-Bull-Wunderknabe Max Verstappen, der in vier Tagen seinen 23. Geburtstag feiert und sich am Samstag in Sotschi auf Platz zwei zwischen die Mercedes schob.

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„Max ist unglaublich“, stellt deshalb auch Ex-Formel-1-Pilot und Sky-Experte Ralf Schumacher bewundernd fest. „Es gibt diesen Max-Faktor. Er hat im letzten Run noch einmal vier Zehntel gegenüber seinem Teamkollegen gefunden. Das macht den speziellen Piloten aus.“

Der Niederländer ist dementsprechend zufrieden mit seinem zweiten Platz hinter Mercedes-Superstar und bestätigt den Effekt der richtigen Balance. „Das war entscheidend. Wir haben die ganze Zeit daran gearbeitet und erst im letzten Run war sie perfekt für mich. Genau dann, wenn es darauf ankommt.“ Er strahlte und man konnte in seiner Seele lesen: „Ich bin immer in der Lage, zumindest einen Mercedes zu schlagen.“

Zufrieden ist der Niederländer auch mit der Wahl der Reifen. „Das ist die einzige Chance, die wir gegen Mercedes haben. Sie sind immer noch schneller als wir.“ Wieder meint er nur einen der beiden schwarzen Silberpfeile: den von Lewis Hamilton. Der nämlich startet auf der Jagd nach dem Sieg-Rekord von Michael Schumacher mit der weicheren, roten Mischung, die laut Hamilton selbst zehnmal schneller abbaut als die schwarzen Gummi-Kollegen mit den gelben Markierungen.

Max Verstappen
Max Verstappen (Photo by Pavel Golovkin – Pool/Getty Images)

Auch Red Bull-Teamchef Christian Horner zieht den Hut ob der Leistung seines Spitzenpiloten: „Ich muss Ralf Schumacher bestätigen. Man kann in der Tat von einem Max-Faktor sprechen. Von der Strategie sind wir mit den gelben Reifen ebenfalls gut dabei.“

Was Horner meint: Im Gegensatz zu Pole-Mann Hamilton starten nur Verstappen und Bottas mit der härteren Mischung. Das sollte ihnen einen Boxenstopp ersparen. Besonders in Sotschi ist das wichtig. Dort verliert man im Gegensatz zu anderen Strecken 25 Sekunden pro Stopp statt wie gewöhnlich nur 22. Grund ist die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Boxengasse: Weil die Straße dort extrem eng ist, dürfen die Autos in Sotschi nur mit maximal 60 Stundenkilometern fahren. 

Red Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko setzt bei den Lobeshymnen für den „fliegenden Holländer“ noch mal einen drauf. Der Österreicher ist geradezu begeistert, als er F1-Insider.com am Telefon verrät. „Beim Abendessen fing Max plötzlich mit der Idee an, sich mit den gelben Reifen für Q3 qualifizieren zu wollen. Wir hielten das gestern für unmöglich. Aber er bestand darauf und versprach: Wenn ihr das Auto in eine spezielle Richtung umbaut, fahre ich locker unter die ersten drei. Das ist doch unglaublich.“

Probleme kann es nur mit dem Start geben. Verstappen steht auf der schmutzigen Seite, Hamilton und Bottas auf der Ideallinie. Die Statistik spricht dafür, dass Bottas den Start gewinnt. Wegen der langen Anfahrt zur ersten Kurve und dem daraus entstehenden Windschatten bogen in Sotschi bisher meist die Drittplatzierten vom Qualifying als Führende in die erste Kurve.

„Ich hoffe nur, dass ich diesmal genug Power beim Start habe und nicht wieder von hinten abgeschossen werde“, lächelt Verstappen in Anspielung auf seine Elektronikprobleme in Mugello.

Allein: Von Teamkollege Alexander Albon, in Mugello als Dritter noch auf dem Podium, sprach niemand mehr. 1,1 Sekunden fehlten ihm am Ende auf Verstappen. Manchmal ist es gut, dass die Leistungen eines Piloten alles andere überstrahlen. Auch unangenehme Fragen…

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