Die Formel E boomt. Nicht nur, dass in der kommenden Saison (Start am 22. November in Riad) mit Porsche, Mercedes, Audi und BMW alle vier deutschen Premiumhersteller an Bord sind. Die Serie passt perfekt in den Zeitgeist.

Sie repräsentiert Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Unterhaltung mit grünem Anstrich. Das erkennen sogar die Rennfahrer, deren CO2-Fußabdruck bisher alles andere als klein war.

Der amtierende Doppelchampion Jean-Eric Vergne (Frankreich): “Wir sind in der Formel E für mehr als nur Racing. Wir kämpfen für einen grüneren Planeten. Wir kämpfen, um die Mentalität der Leute zu verändern.”

Je größer die Stars, desto besser für die Mission. Deshalb lockt der Meister der Formel E am Rande der Vorsaison-Testfahrten in Valencia den Weltmeister der Formel 1!

Lewis Hamilton hatte zuletzt auf Instagram wiederholt seine Sorge um den Planeten ausgedrückt. Vergne: “Deshalb wäre es logisch für ihn, in die Formel E zu kommen und nicht nur als Rennfahrer Geschichte zu schreiben, sondern auch Menschen zu inspirieren.”

AUTO BILD MOTORSPORT hakte bei Mercedes-Formel-E-Teamchef Ian James nach. Der sagt: “Toto Wolff (Mercedes-Sportchef; d. Red.) hat Lewis schon einen Test angeboten, weiter haben wir darüber noch nicht gesprochen. Er ist willkommen, aber es gibt derzeit keine Pläne.”

Klar, denn aktuell bereitet sich Mercedes intensiv auf die neue Saison vor. Die wird dank der deutschen Hersteller auch so schon zum “Kampf der Giganten” .

Den ersten Schlagabtausch hat BMW für sich entscheiden. Deren Neuzugang Maximilian Günther (Oberstdorf) brannte am Freitag die schnellste Zeit der vier Testtage und damit einen neuen Streckenrekord in den Asphalt.

Günther zu AUTO BILD MOTORSPORT: “Ich habe mich die ganze Woche über im Auto sehr wohl gefühlt. Erfahrungsgemäß hat BMW ein starkes Paket, aber wie stark es ist und welche Rolle wir genau spielen, wird man dann beim ersten Rennen sehen. Natürlich ist mein Ziel, um Top-Ergebnisse und natürlich auch um Siege zu fahren.”

Das Testrennen absolvierte der Schweizer Sébastien Buemi als Schnellster. Knapp dahinter: Porsche-Pilot André Lotterer aus Duisburg. Pascal Wehrlein (Mahindra/Sigmaringen) und Daniel Abt (Audi/Kempten) landeten auf den Plätzen acht und neun.

Ex-Formel-1-Pilot Wehrlein, der am Freitag seinen 25. Geburtstag gefeiert hat und in der Zeitenliste nach vier Tagen nur 0,1 Sekunden hinter Günther Zweiter war: “Wir müssen am Boden bleiben, wenn man sieht, von welchen Teams und Namen man da spricht. Das sind die Favoriten, nicht wir. Wir haben aber gezeigt, dass wir mithalten können und ein gutes Team haben, das für Überraschungen sorgen kann.”

Lotterer gibt indes zu, dass für ihn ein Formel-E-Traum wahr wird: “Ich wollte unbedingt zu Porsche. Wenn jemand die Zutaten für Siege hat, dann ist das Porsche. Aber das wird ein höllischer Kampf.” Allein beim Test lagen 22 der 340 PS starken Autos innerhalb einer Sekunde.

Daniel Abt (Gesamtplatz 16 in der Zeitenliste) will mit Audi endlich zuschlagen: “Unser Ziel ist Meister und Meister – also beide Meisterschaften zu gewinnen.” Die Chance ist da: Sowohl Mercedes als auch Porsche kämpften bei den Tests mit Kinderkrankheiten. Beide Teams belegten nach Zeiten nur die Plätze 19-22.

Allerdings sind die Rundenzeiten nicht repräsentativ. Valencia ist eine klassische Rennstrecke und kein Stadtkurs, die in der Formel E üblicherweise befahren werden.

Nach Europa kommt die Formel E ab dem 4. April. Nach den Rennen in Rom, Paris (18. April), Berlin (21. Juni) und London (25./26. Juli) wird quasi der Europameister, der Champion der “Voest Alpine European Races”, gekürt.

*Dieser Artikel ist zuerst auf autobild.de/motorsport erschienen.

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