Getriebe zu fragil, Honda-Motor mit Vibrationen: Aston Martin droht nach schwachen Tests ein Fehlstart in die neue Formel-1-Ära 2026.
Beim britischen Rennstall schrillen nach den ersten Testfahrten in Bahrain und dem Shakedown in Barcelona die Alarmglocken. Statt Aufbruchsstimmung unter Stardesigner Adrian Newey macht sich im Fahrerlager Skepsis breit: Technische Probleme könnten Aston Martin zum Start der neuen Ära massiv zurückwerfen.
Sportlich lief es bisher bei den Tests alles andere als rund. Fernando Alonso zeigte sich sichtlich frustriert, Teamkollege Lance Stroll blieb in Bahrain als einziger Pilot unter der Marke von 100 Runden an den ersten drei Testtagen. Hinter den Kulissen scheint die Lage noch ernster zu sein.
Wie aus einem Bericht der spanischen Zeitung MARCA hervorgeht, ist das Getriebeproblem bei Aston Martin noch schlimmer, als angenommen. Durch die neuen 2026er-Regeln müssen die Fahrer extrem hoch drehen und in Kurven teilweise weiter runterschalten als zuvor, um ausreichend Energie zu rekuperieren. Diese hohe negative Drehmomentbelastung setzt dem Bauteil offenbar massiv zu.

Neues Getriebe soll sechs Monate Entwicklungszeit kosten
Brisant: Experten gehen davon aus, dass eine komplette Überarbeitung des Getriebes bis zu sechs Monate dauern könnte. Für ein Team, das gerade erst von Mercedes auf eine eigene Lösung in Kombination mit Honda umgestellt hat, wäre das ein herber Rückschlag.
Hinzu kommt eine zusätzliche Komplikation: Nach dem finalen Bahrain-Test muss Aston Martin seinen Entwicklungsplan für bestimmte Getriebekomponenten homologieren. Das bedeutet, dass spätere tiefgreifende Änderungen kaum noch möglich sind, obwohl womöglich noch nicht einmal alle Probleme vollständig verstanden wurden.
Doch das Getriebe ist offenbar nur ein Teil des Problems. Der neue Honda-Antrieb soll laut Bericht mit massiven Vibrationen bei hohen Drehzahlen kämpfen. GPS-Daten aus Bahrain hätten im Vergleich zur Konkurrenz besorgniserregende Werte gezeigt.

Besonders heikel: Die Homologationsfrist für die Power Units endet am 1. März. Ein komplett neuer Motor bis zum Saisonstart in Australien gilt als nahezu ausgeschlossen. Zwar dürfen Hersteller, die deutlich zurückliegen, im Laufe der Saison Updates bringen, realistisch wäre ein größerer Schritt aber wohl frühestens im Sommer.
2026 nur noch ein Lern- und Übergangsjahr für Aston Martin?
Für Aston Martin bedeutet das: Während Mercedes, Ferrari oder Red Bull möglicherweise schon um Siege kämpfen, droht dem Team aus Silverstone zunächst Schadensbegrenzung.
Der Wechsel zu Honda und die Trennung von Mercedes, inklusive eigenem Getriebe, kommt genau in einer Phase, in der die neue Reglement-Generation ohnehin maximale Komplexität mit sich bringt. Statt sofort um Podien zu fahren, dürfte sich das Projekt 2026 zunächst als große Baustelle entpuppen.
Sollte sich die Problemlage bestätigen, droht Aston Martin ein Übergangsjahr, mit Blick Richtung 2027.
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