Pierre Gasly verlor in Monaco durch zwei Zeitstrafen sein Podium. Jetzt könnte der Fall die Formel 1 erneut beschäftigen. Alpine hat mit einem Antrag auf Neuprüfung Erfolg.
Der Große Preis von Monaco könnte ein überraschendes Nachspiel bekommen. Alpine hat vor den Rennkommissaren erfolgreich ein sogenanntes „Right of Review“ durchgesetzt. Hintergrund sind die beiden Fünf-Sekunden-Strafen gegen Pierre Gasly, die den Franzosen in Monaco vom dritten auf den siebten Platz zurückwarfen.
Gasly war während des Rennens gleich zweimal wegen minimaler Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Boxengasse bestraft worden. Laut offizieller Messung hatte er das Tempolimit lediglich um 0,1 beziehungsweise 0,4 km/h überschritten.
Formel 1 soll falsche Daten verwendet haben
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht nun eine überraschende Erkenntnis. Alpine konnte neue Beweise vorlegen, wonach die Formel 1 bei der Berechnung der Geschwindigkeit offenbar eine fehlerhafte Distanz für die Boxengasse verwendet hat.
Nach Angaben des Teams soll die für die Zeitmessung zugrunde gelegte Strecke zu lang berechnet worden sein. Dadurch wäre die Geschwindigkeit der Fahrzeuge höher ausgewiesen worden als sie tatsächlich war.

Die Rennkommissare stuften diesen Punkt als „signifikante neue und relevante Information“ ein und eröffneten deshalb unmittelbar ein weiteres Verfahren zur Überprüfung der Strafen.
Podium könnte nachträglich zurückkehren
Alpine argumentiert zudem, dass Gasly den Boxenstopp-Begrenzer bereits vor der Einfahrt aktiviert habe und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nie überschritten habe. Außerdem habe der Franzose nach einer Warnung seines Renningenieurs bewusst besonders vorsichtig agiert.
Sollten die Rennkommissare der Argumentation folgen, könnte Gasly sein verlorenes Podium nachträglich zurückerhalten.
FIA steht vor schwieriger Entscheidung
Die Angelegenheit ist allerdings kompliziert. Mehrere Fahrer wurden in Monaco wegen ähnlicher Vergehen bestraft. Allerdings erhielten einige ihre Strafen direkt während des Rennens und nicht erst nach der Zieldurchfahrt.
Eine Aufhebung der Gasly-Strafen könnte deshalb neue Diskussionen über die Gleichbehandlung aller Fahrer auslösen.
Fest steht: Der Fall dürfte weitreichende Folgen haben. Entweder verliert die FIA nachträglich eine ihrer Monaco-Entscheidungen – oder die Formel 1 muss ihre Messverfahren für die Boxengasse künftig grundlegend überarbeiten.
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