Lewis Hamilton hat in Barcelona seinen ersten Sieg für Ferrari gefeiert – und danach tief blicken lassen.
Lewis Hamilton hat es geschafft. Nach anderthalb schwierigen Jahren in Rot, zahlreichen Selbstzweifeln und harter Kritik von außen nach einem schweren Start bei Ferrari feierte der siebenmalige Weltmeister in Barcelona endlich seinen ersten Sieg in Rot. Und der Erfolg ging dem Briten sichtbar unter die Haut.
Nach dem Rennen erscheint Hamilton verspätet zur Pressekonferenz. Die Emotionen haben ihn überwältigt. „Ich wurde fast ohnmächtig vor Freude“, gesteht der Ferrari-Star später. Nach den ersten Jubelszenen mit seinem Team musste sich Hamilton im Parc Fermé sogar kurz sammeln.
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Für den 41-Jährigen war der Triumph weit mehr als nur ein weiterer Grand-Prix-Sieg. Es war die Erfüllung eines Kindheitstraums.
Hamilton erinnert sich an Schumacher
Der Ort hätte passender kaum sein können. Vor genau 30 Jahren feierte auch Michael Schumacher in Barcelona seinen ersten Sieg für Ferrari. Hamilton erinnert sich noch genau daran.
„Ich saß damals zuhause und habe auf dieses rote Auto geschaut. Ich war zwölf Jahre alt und habe mich gefragt, wie es wohl wäre, selbst einmal in diesem roten Cockpit zu sitzen“, erzählt Hamilton.
Drei Jahrzehnte später steht er selbst ganz oben auf dem Podest. „In diesem roten Anzug auf Platz eins zu stehen und die ganze Mannschaft feiern zu sehen – das war Wahnsinn.“
Der Beweis: Hamilton kann es noch
Sportlich war Barcelona eines seiner stärksten Wochenenden seit dem Wechsel nach Maranello. Hamilton qualifizierte sich in der ersten Startreihe und setzte im Rennen gemeinsam mit Ferrari auf eine aggressive Drei-Stopp-Strategie.

Die Rechnung ging auf. Während Mercedes unter Druck geriet, kontrollierte Hamilton das Rennen immer stärker. Selbst nach dem Virtuellen Safety Car ließ der Brite keinen Zweifel daran, wer an diesem Sonntag der schnellste Mann war. Am Ende betrug sein Vorsprung auf George Russell fast 20 Sekunden.
Für Hamilton ist das Rennen deshalb auch eine Antwort auf alle Kritiker.
„Nach dem vergangenen Jahr gab es Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob die Leute vielleicht recht haben und man irgendwann etwas verliert“, sagt der ehemalige Mercedes-Champion. „Aber ich habe bewiesen, dass das nicht der Fall ist.“
Mit 41 Jahren gehört Hamilton zu den ältesten Fahrern im Feld. Doch der Ferrari-Star ist nach eigenen Angaben fitter denn je. „Ich fahre gegen fantastische 19-Jährige. Aber ich fühle mich körperlich hervorragend.“
Fans halfen ihm durch die Krise
Besonders emotional wird der siebenmalige Champion, als er über die schwierige Phase nach seiner letzten Mercedes-Saison spricht. Demnach kämpfte er 2025 nicht nur sportlich mit Problemen.
„Meine Fans haben mich gerettet“, erklärte er. „Auch meine Familie und meine Freunde. Sie haben immer an mich geglaubt.“ Diese Unterstützung habe ihm geholfen, sich mental neu aufzubauen und die Motivation für das Ferrari-Abenteuer nicht zu verlieren.
Ferrari hört endlich auf seinen Star
Großen Anteil am Aufschwung schreibt Hamilton auch seinem Team zu. Bereits seit Saisonbeginn lobt er Ferrari dafür, auf seine Wünsche eingegangen zu sein.

„Diese Jungs haben zugehört. Sie haben hart gearbeitet und neue Ideen umgesetzt“, berichtet der Brite. Besonders die jüngsten technischen Updates hätten gezeigt, dass Ferrari die richtige Richtung eingeschlagen habe.
Entsprechend groß ist inzwischen auch sein Vertrauen in das Projekt. „Ich habe das richtige Team und das richtige Auto. Jetzt kann ich wieder das tun, was ich am besten kann.“
Ob daraus sogar noch ein Angriff auf den WM-Titel wird, will Hamilton nach seinem ersten Ferrari-Sieg allerdings noch nicht beantworten. Nach dem emotionalen Triumph in Barcelona zählt für ihn zunächst nur eines: den Moment genießen.
Schlusswort Hamilton: „Wahrscheinlich schlafe ich heute sogar in diesem roten Shirt.“
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