Audi startet in seine erste Formel-1-Saison – doch Nico Hülkenbergs Worte zeigen, wie viel Aufbauarbeit noch vor dem Werksteam liegt.
In zwei Wochen fährt Audi in Australien das erste Formel-1-Rennen seiner Geschichte – große Euphorie ist im Lager der vier Ringe trotzdem nicht zu spüren. Kurz vor Abschluss der Wintertests in Bahrain ordnet Starpilot Nico Hülkenberg das Projekt bewusst nüchtern ein. Fortschritte ja, große Versprechen nein.
„Im Moment hoffe ich, dass wir uns irgendwo im Mittelfeld konkurrenzfähig bewegen“, sagt Hülkenberg am Rande der Testfahrten. Ein klares Kräfteverhältnis lasse sich noch nicht erkennen. „Wirklich wissen werden wir es erst in Melbourne – und wahrscheinlich auch erst nach ein paar Rennen.“
Audi zeigt „positive Aspekte“
Für den Emmericher ist die aktuelle Hackordnung ohnehin noch offen. „Aktuell scheint vieles stark streckenabhängig zu sein“, erklärt er. Erst wenn im Qualifying alle Teams ihre Karten offenlegen, entsteht ein realistisches Bild.
Der neue Audi R26 hinterließ in Bahrain dennoch erste gute Eindrücke. Hülkenberg spricht von „definitiv einigen positiven Aspekten“, warnt aber gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen: „Es ist noch früh und es gibt immer mehr zu tun, mehr zu analysieren und mehr zu optimieren.“
Ein entscheidender Unterschied zu vielen Rivalen: Audi setzt komplett auf eigene Technik. Der neue Motor kommt ausschließlich im R26 zum Einsatz – für den Hersteller ist es die erste selbst entwickelte Formel-1-Powerunit. Entsprechend steil fällt die Lernkurve aus. Hülkenberg bezeichnet den Winter als „intensive Phase“ und das Projekt als klares „work in progress“.
Größte Baustelle bleibt der Antrieb
Nach neun Testtagen steht Audi laut Hülkenberg zwar „solide“ da, doch der Aufholbedarf ist offensichtlich. „Es gibt noch viel Arbeit und erhebliches Verbesserungspotenzial – insbesondere beim Antrieb.“
Vor allem beim Startvorgang unter dem neuen Motorenreglement fehle die Referenz. „Wir verfügen hier nicht über viel Erfahrung, vor allem nicht mit echten Rennstarts mit allen Autos in der Startaufstellung“, räumt der Deutsche ein.

Der Vergleich zur Vorsaison zeigt den Unterschied. 2025 fuhr Hülkenberg noch mit etablierter Sauber-Technik. „Diese Antriebe waren perfekt, nahtlos, geschmeidig und ganz natürlich“, sagt er. Beim neuen Audi-System gebe es deshalb noch „einiges zu entdecken und aufzuarbeiten“.
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