Kimi Antonelli gewinnt derzeit fast nach Belieben, George Russell bleibt sein letzter ernsthafter Herausforderer im eigenen Team. Für Alex Wurz könnte Mercedes damit schon bald ein Problem bekommen.
Fünf Siege in Folge für Kimi Antonelli, dazu bereits 68 Punkte Vorsprung auf Teamkollege George Russell: Mercedes fährt 2026 der Konkurrenz davon. Doch mit dem sportlichen Erfolg wächst auch die Gefahr eines internen Machtkampfes.
ORF-Experte Alex Wurz erkennt bereits deutliche Parallelen zur berühmten Mercedes-Ära mit Nico Rosberg und Lewis Hamilton. „Es erinnert mich natürlich sofort an Rosberg gegen Hamilton“, sagt der ehemalige Formel-1-Pilot mit Blick auf das aktuelle Duell zwischen Antonelli und Russell.
Wolff glaubt an harmonischeres Fahrerduo
Mercedes-Teamchef Toto Wolff sieht die Situation allerdings anders. Den Vergleich mit seinen früheren Weltmeister-Piloten weist er zurück. „Nein, die zwei sind viel bessere Charaktere. Die beiden anderen sind einfach schlechter, charakterlich schlechter.“

Wolff ergänzt mit einem Lachen und nimmt die Fahrt aus der Aussage: „Aber das wissen sie beide! Die waren im Gokart schon Streithanseln und als sie um die WM gefahren sind, war das herrlich mitanzuschauen, wie sie gegenseitig versucht haben sich rauszumanövrieren, im Auto und außerhalb.“
Wurz glaubt nicht an dauerhafte Harmonie
Ganz überzeugen kann Wolff seinen Landsmann damit jedoch nicht. „Ich hab ein bisschen geschmunzelt als er gesagt hat, die sind charakterlich anders“, so der ehemalige F1-Star. „Sie sind Sieger, Alphatypen, sie wollen gewinnen. Vielleicht hören sie ihm ein bisschen besser zu, aber ich glaub’s auch nicht wirklich, denn es kann nur einer Formel-1-Weltmeister werden.“
Für Wurz ist deshalb klar, dass die aktuelle Harmonie bei Mercedes nicht von Dauer sein dürfte. „Da sind die Ellenbogen draußen und dann wünsche ich Toto viel Glück.“
Antonelli macht Russell das Leben schwer
Noch spricht die WM allerdings eine klare Sprache. Antonelli hat zuletzt fünf Rennen in Folge gewonnen und wirkt inzwischen deutlich gefestigter als noch vor einem Jahr.

„Als so junger Mensch so oft hintereinander zu gewinnen, das ist beeindruckend, das können nur ganz wenige“, lobt Wurz. „Er zeigt jetzt auch, dass er mit dem Druck besser umgeht als noch vor einem Jahr. Der Kimi entwickelt sich dramatisch und wir haben immer gesagt: Wenn der Kimi in Fahrt kommt, dann wird’s schwer sein ihn zu stoppen. Das zeigt er uns jetzt.“
Auch Wolff scheint zu erkennen, wohin die Reise geht. Der Teamchef spricht inzwischen von einem „weltweit neuen Rockstar“, den Mercedes mit Antonelli hervorgebracht habe.
Für Russell hat der Österreicher dennoch aufmunternde Worte parat: „Erstens sind noch viele Rennen zu fahren. Und wenn es nicht sein soll, dann wird die Möglichkeit in den nächsten Jahren wieder kommen.“
Sätze, die verdächtig stark an die Zeit erinnern, in der Wolff zwischen Hamilton und Rosberg vermitteln musste. (fh)
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