Michael Schumacher hielt das Indy 500 immer für zu gefährlich. Jetzt startet ausgerechnet sein Sohn Mick erstmals beim legendären Oval-Klassiker in Indianapolis – trotz verletztem Handgelenk.
Sein Vater Michael Schumacher hatte einen Start beim 500-Meilen-Rennen Indy 500 (24. Mai) immer abgelehnt: „Es ist mir zu gefährlich – mit diesen Geschwindigkeiten so nah an der Mauer zu fahren. Ich habe da einfach nichts zu beweisen.“
Was der Formel-1-Rekordweltmeister damit meinte: Auf dem superschnellen Oval in Indianapolis, auch „Nudeltopf“ genannt, erreichen die rund 550 PS starken Formelautos bis zu 380 km/h. Statt Auslaufzonen gibt es Mauern als Streckenbegrenzung. Allein die Rennstatistik zeigt in 109 Ausgaben 526 Unfälle. Im Schnitt kracht es also pro Rennen fünfmal – Trainings und Qualifying noch nicht eingerechnet.
Bei der Ausgabe 1992 mussten sogar neun Fahrer ins Krankenhaus gebracht werden. „In der Klinik sah es aus wie im Fahrerlager – nur bekannte Gesichter“, erinnerte sich Ex-Formel-1-Weltmeister und Indy-500-Legende Mario Andretti. Immerhin: Der letzte tödliche Rennunfall liegt bereits 53 Jahre zurück, der letzte tödliche Unfall im gesamten Event 30 Jahre.
Mick Schumacher startet trotz Verletzung
Zum ersten Mal ist in diesem Jahr auch Mick Schumacher Teil der gefährlichen Show (Sky überträgt am Sonntag ab 18 Uhr, Schumacher startet von Platz 27). Und das mit einem Handicap: Bei einem Startunfall auf dem Straßenkurs von St. Petersburg hat sich der 27-Jährige einen Teil seines Handgelenks gebrochen.

Nach der Saison muss er sich operieren lassen. „Bis dahin habe ich Schmerzen, wenn ich aus dem Auto steige. Das ist nicht optimal“, gibt er sich tapfer. Weil die IndyCars keine Servolenkung besitzen, sind solche Verletzungen nicht selten.
Schumi junior ist der erste für Deutschland startende Fahrer seit 103 Jahren. 1923 schickte Mercedes-Benz den 150 PS starken Mercedes Type 122 mit Christian Lautenschlager nach Amerika. Der war beim Frankreich-GP 1908 der erste deutsche Grand-Prix-Sieger überhaupt.
Indy 500: Milch statt Champagner für den Sieger
Das Indy 500 ist das älteste noch ausgetragene Rennen der Welt und wird seit 1911 gefahren. Das Rennen dauert mindestens zweieinhalb Stunden – je nachdem, wie viele Gelbphasen es gibt.
Wer gewinnt, kassiert nicht nur Ruhm und Ehre. Seriensieger Alex Palou strich für seinen Triumph im Vorjahr mehr als 3,8 Millionen Dollar Preisgeld ein. Und ein Glas Milch.

Seit Louis Meyer 1936 nach dem Rennen erschöpft nach Buttermilch fragte, erhält der Sieger traditionell Milch statt Champagner. Die Fahrer geben vorher sogar an, welche Milch sie im Erfolgsfall trinken möchten – ob Vollmilch, laktosefrei oder eben Buttermilch.
Viele Legenden – und nur eine Frau
Zu den Favoriten zählt Mick Schumacher allerdings nicht. Bei den Tests im April bewegte er sich eher im Mittelfeld. Insgesamt warten 32 Gegner auf ihn. Neun davon haben das Rennen bereits gewonnen. Hélio Castroneves sogar viermal. Mit einem weiteren Sieg wäre der Brasilianer alleiniger Rekordhalter.
Acht Fahrer im Feld sind mindestens 40 Jahre alt – Erfahrung spielt beim Indy 500 eine enorme Rolle. Mehrfach wechselte die Führung sogar noch in der letzten Runde.
Mit Katherine Legge steht außerdem nur eine Frau im Starterfeld. Insgesamt besitzen fünf Fahrer Formel-1-Erfahrung – neben Mick Schumacher auch sein Rahal-Letterman-Lanigan-Teamkollege Takuma Sato.
Das Indy 500 bleibt damit eine Mischung aus Hochgeschwindigkeits-Wahnsinn, Tradition und Motorsport-Geschichte. Und Mick Schumacher ist mittendrin.
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