Der Mega-Deal ist durch: Die EU hat die Übernahme von Sky durch RTL genehmigt. Für Formel-1-Fans beginnt damit eine neue TV-Ära, auch wenn sich kurzfristig noch wenig ändert.
Zehn Monate hat es gedauert, jetzt ist der Weg frei: Die EU-Kommission hat die Übernahme von Sky durch die RTL-Gruppe genehmigt. Die Wettbewerbshüter sehen keine Monopolgefahr und geben grünes Licht für den Zusammenschluss.
RTL zahlt zunächst rund 150 Millionen Euro. Je nach Entwicklung des Aktienkurses können in den kommenden Jahren noch einmal bis zu 377 Millionen Euro fällig werden. Ziel der Kölner ist es, gemeinsam mit RTL+ und dem Sky-Streamingdienst WOW ein großes Netzwerk aufzubauen, das es mit Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ aufnehmen kann.
Formel 1 bleibt vorerst unverändert
Für die Formel-1-Fans stellt sich sofort die Frage, was sich bei den Übertragungen ändert. Die Antwort fällt zunächst unspektakulär aus. Kurzfristig bleibt alles weitgehend beim Alten.

RTL hatte seine Live-Rechte bereits 2021 verloren und zeigt seitdem nur noch einzelne Rennen über eine Sublizenz von Sky. Dieses Modell soll auch in der laufenden Saison weitergeführt werden. Allerdings gab es bereits erste Probleme. So konnte das Rennen in China nicht wie geplant im Free-TV übertragen werden, weil Sender in Österreich und der Schweiz Einspruch eingelegt hatten. Hintergrund ist die Satellitenverbreitung von RTL, die auch in diesen Märkten empfangen werden kann.
Mehr Formel 1 im Free-TV in Zukunft?
Trotz dieser Hürden macht RTL klar, wohin die Reise gehen soll. Geschäftsführer Stephan Schmitter betont, dass hochwertiger Live-Sport kein Luxusprodukt sein dürfe. Für die Formel 1 bedeutet das: Die Chancen auf mehr Rennen im frei empfangbaren Fernsehen steigen.
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Wenn die offenen Fragen geklärt sind, könnten in dieser Saison noch mehrere Grands Prix im Free-TV laufen. Allerdings weiterhin im klassischen RTL-Stil mit Werbeunterbrechungen und einer Ansprache, die sich eher an ein breites Publikum richtet.
Zwei Philosophien unter einem Dach
Genau hier liegt die große Herausforderung. Sky hat sich in den vergangenen Jahren klar auf die Hardcore-Fans ausgerichtet, mit tiefgehender Analyse, Technikthemen und viel Detailtiefe. RTL setzt dagegen stärker auf Unterhaltung, Prominenz und einen niedrigeren Einstieg für Gelegenheitszuschauer.
Beide Ansätze unter einen Hut zu bringen, wird keine einfache Aufgabe. Die Erwartungen der Zuschauer könnten kaum unterschiedlicher sein.
Produktion: Wer macht künftig die Formel 1?
Auch hinter den Kulissen stellen sich wichtige Fragen. Sky verfügt über eine gewachsene Infrastruktur mit festen Teams, Studios und langfristigen Verträgen bis 2027. RTL hat nach dem Verlust der Live-Rechte seine Motorsport-Strukturen weitgehend zurückgefahren und arbeitet vor allem mit freien Mitarbeitern.
Wer auf kurzfristige Veränderungen hofft, wird sich noch gedulden müssen. Große Anpassungen im Formel-1-Konzept sind frühestens ab 2027 zu erwarten. Der entscheidende Zeitpunkt kommt ohnehin erst danach.
Die aktuellen Rechte von Sky laufen nach der Saison 2027 aus. Dann wird neu verhandelt. Angesichts des bisherigen Booms der Formel 1 dürfte das Rechtepaket deutlich teurer werden. Für Sky steht dabei viel auf dem Spiel, denn weitere Verluste kann sich der Sender kaum leisten.
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