Formel 1

Überholen bleibt schwierig? Erste Warnsignale aus der F1

Formel 1 Charles Leclerc Ferrari Barcelona Test 2026
Charles Leclerc. Credit: Ferrari

Die neuen Formel-1-Autos sollen das Racing verbessern – doch erste Testeindrücke aus Barcelona wecken Zweifel.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Die neuen Formel-1-Autos sollen das Racing verbessern – doch erste Testeindrücke aus Barcelona wecken Zweifel.

Die Formel 1 wollte mit den Autos für 2026 vor allem das Racing besser machen: weniger Abtrieb, weniger Luftwiderstand, dazu ein neuer Overtake-Modus statt DRS. Doch nach den ersten Testkilometern in Barcelona kommen Zweifel auf. Ausgerechnet zwei Fahrer, die viel Zeit im neuen Auto verbracht haben, schlagen Alarm: Esteban Ocon und Oliver Bearman.

Beide Haas-Piloten absolvierten beim geheimen Shakedown in Katalonien fast 400 Runden im neuen VF-26. Genug, um ein erstes Gefühl für die neue Generation zu bekommen, die mit deutlich vereinfachter Aerodynamik auskommen muss. Der Abtrieb wurde um bis zu 30 Prozent reduziert, der Luftwiderstand sogar um rund 40 Prozent. Eigentlich beste Voraussetzungen für engere Duelle.

Ocon und Bearman skeptisch

Formel 1 Haas Bearman 2026
Oliver Bearman. Credit: Haas

Ocon bleibt dennoch skeptisch. „Ich bin hinter ein paar Autos hergefahren und man verliert ziemlich viel Abtrieb an der Vorderachse, vielleicht sogar etwas mehr als zuvor“, berichtet der Franzose. Auch den neuen Overtake-Modus, der Fahrern innerhalb einer Sekunde Abstand einen kurzfristigen Leistungsboost liefert, hat er ausprobiert. Sein Fazit fällt verhalten aus: Im Moment wirke das Überholen eher schwierig, auch wenn das System noch weiter optimiert werde.

Ähnlich klingt es bei Teamkollege Bearman. Der Brite betont, dass sich das Fahrverhalten in der sogenannten Dirty Air spürbar verändert habe. „Ich konnte ein paar Runden in der Nähe anderer Autos fahren. Dabei war es etwas schwieriger, einem anderen Wagen zu folgen“, sagt der 20-Jährige. Vor allem die Balance leide stärker als bei der aktuellen Generation. Das ist ein Punkt, der im direkten Zweikampf entscheidend ist.

Der neue Overtake-Modus konnte Bearman bislang kaum im Duell testen. „Ich habe ihn nur bei freier Fahrt ausprobiert. Wir müssen noch sehen, wie sich das auf Kühlung und andere Faktoren auswirkt“, erklärt er. Fest steht: Die ersten Eindrücke dämpfen die Erwartungen an spektakulärere Überholmanöver.

Fazit

Die neuen F1-Autos sind gerade erst auf die Bahn gegangen, doch schon jetzt zeigen sich erste Fahrer skeptisch: Weniger Aerodynamik und mehr Knöpfe heißt nicht automatisch besseres Racing. Ob 2026 also wirklich mehr Überholmanöver bringt, wird sich erst zeigen. Im Moment überwiegt bei Haas eher die Skepsis.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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