Formel 1

Nach dem Batterie-Horror! Mercedes löst Russells Rätsel

Formel 1 George Russell Mercedes Spielberg 2026
George Russell. Credit: Mercedes
Bianca Garloff
Bianca Garloff

Nach zwei frustrierenden Rennwochenenden schöpft George Russell neue Hoffnung. Mercedes glaubt, die Ursache für die rätselhaften Leistungsprobleme gefunden zu haben.

Wochenlang suchte George Russell die Ursache für seine Probleme bei sich selbst. Jetzt ist klar: Der Fahrstil war nie das Problem. Mercedes hat offenbar den Fehler gefunden – und der Brite reist mit neuem Selbstvertrauen zum Ungarn-GP.

Zur Erinnerung: Seit Silverstone kämpfte Russell immer wieder mit rätselhaften Problemen bei der Leistungsabgabe seines Mercedes. Vor allem auf den Geraden fehlte plötzlich Tempo – und der WM-Dritte suchte die Ursache zunächst bei sich selbst.

Russell erleichtert

„Eine riesige Last fällt von mir ab“, sagte Russell am Donnerstag in Budapest. „In Silverstone und dann fast das komplette Wochenende in Spa habe ich ständig darüber nachgedacht, wie ich fahren muss, damit die Power Unit auf den Geraden schnell ist – wann ich Vollgas gebe, welche Gänge ich nutze und wie ich beschleunige.“

Formel 1 George Russell Mercedes Spa 2026
George Russell. Credit: Richard Pardon

Heute weiß der 28-Jährige: Die wochenlangen Anpassungen seines Fahrstils waren umsonst.

„Die Daten schienen zu zeigen, dass mein Fahrstil das Problem ist. Am Ende war das aber nicht der Fall. Jetzt kann ich mich endlich wieder darauf konzentrieren, einfach schnell zu fahren. Dann bin ich auch am stärksten.“

Mercedes entdeckt Kalibrierungsfehler

Nach dem Belgien-GP scheint Mercedes die Ursache gefunden zu haben. Anders als zunächst vermutet lag das Problem offenbar nicht an einem Defekt der Hardware.

„Im Grunde waren es Zahlen auf einem Bildschirm, die nicht richtig kalibriert waren“, erklärte Russell. „Die Hardware war nicht kaputt. Wir wissen jetzt, welche Parameter nicht korrekt waren und können sie neu kalibrieren, damit die Power Unit wieder ihr volles Potenzial entfaltet.“

Schon in Spa hatten die Silberpfeile Schwierigkeiten, die Leistungsabgabe der Antriebseinheit optimal zu steuern. Laut Russell traten dort sogar zwei verschiedene Probleme gleichzeitig auf.

Frust entlud sich in Spa

Das Energie-Chaos gipfelte beim Belgien-GP bereits wenige Meter nach dem Start. Russell verlor zunächst mehrere Positionen, ehe ihn Andrea Kimi Antonelli nach einer Kollision aus dem Rennen riss. Am Boxenfunk machte der Mercedes-Pilot seinem Ärger lautstark Luft.

Formel 1 George Russell Mercedes Spa 2026
George Russell. Credit: Jiri Krenek

Im Nachhinein stellte Russell aber klar, dass sich seine Kritik nicht gegen das Team richtete.

„Das war nicht ich gegen das Team. Wir sitzen alle im selben Boot. Natürlich kochen die Emotionen hoch, wenn man nach den Problemen der vergangenen Wochen schon in der ersten Runde ausscheidet.“

Neuer Anlauf in Budapest

Mit dem technischen Problem offenbar gelöst will Russell nun an seine starke Form vom Saisonbeginn anknüpfen. Nach Pole Position und Platz zwei in Barcelona sowie Pole und Sieg in Österreich sei der positive Trend zuletzt durch Silverstone und Spa abrupt gestoppt worden.

„Ich hoffe, dass wir jetzt dort weitermachen können, wo wir in Österreich aufgehört haben.“ Ganz einfach dürfte das allerdings nicht werden. Russell erwartet auf dem Hungaroring vor allem Ferrari als starken Gegner.

„Hier spielt die Motorleistung eine kleinere Rolle. Ferrari hat momentan ein sehr gutes Chassis und dürfte deshalb besonders konkurrenzfähig sein.“

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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