Formel 1

16 neue Teile! Formel-1-Team mit komplett neuem Auto in Ungarn

Formel 1 Lance Stroll Aston Martin Ungarn 2026
Lance Stroll. Credit: Aston Martin
Alex Warneke
Alex Warneke

Aston Martin erlebt 2026 eine Katastrophensaison. Nun setzt das Team in Ungarn auf den wohl größten Umbau eines Formel-1-Autos in diesem Jahr.

Nach zehn enttäuschenden Rennwochenenden zieht Aston Martin die Reißleine. Beim Großen Preis von Ungarn bringt der Rennstall aus Silverstone ein umfangreiches Upgrade-Paket an den Start, das intern fast schon als neues Auto durchgeht. Chefkonstrukteur Adrian Newey spricht zwar nicht von einer B-Version des AMR26 – doch der Umfang der Änderungen ist gewaltig.

Die Hoffnung: Endlich den Anschluss ans Mittelfeld schaffen.

Aston Martin bislang das Schlusslicht

Der Saisonstart verlief für Aston Martin desaströs. Statt wie angekündigt um Spitzenplätze zu kämpfen, findet sich das Team regelmäßig am Ende des Feldes wieder. Beim Belgien-GP in Spa fehlten Fernando Alonso und Lance Stroll im Qualifying zuletzt mehr als fünfeinhalb Sekunden auf die Bestzeit.

Besonders bitter: Selbst Formel-1-Neuling Cadillac, der zu Saisonbeginn noch auf Augenhöhe lag, fuhr Aston Martin zuletzt rund zwei Sekunden davon.

Formel 1 Fernando Alonso Aston Martin Ungarn 2026
Fernando Alonso. Credit: Clive Mason/Getty Images

FIA listet 16 Änderungen auf

Für Ungarn reagiert das Team nun mit einem riesigen Technikpaket. Laut der offiziellen FIA-Upgradeliste wurden gleich 16 Bereiche des AMR26 überarbeitet. So viele Änderungen hat bislang kein anderes Team in dieser Saison auf einmal eingeführt.

Zu den Neuerungen gehören unter anderem:

  • komplett überarbeitete Seitenkästen mit neuen Kühleinlässen,
  • Änderungen an Motorhaube und Unterboden,
  • neuer Diffusor,
  • überarbeiteter Front- und Heckflügel,
  • modifizierte Fahrzeugnase,
  • neue Leitbleche,
  • Änderungen an der Hinterradaufhängung,

sowie zahlreiche neu gestaltete Aerodynamik-Elemente an den Radträgern.

Auch optisch fällt das Facelift sofort auf: Die deutlich höher gezogenen Kühleinlässe verleihen dem AMR26 ein völlig neues Erscheinungsbild.

Newey hofft auf ersten Schritt nach vorn

Mit dem neuen Paket soll Aston Martin zumindest wieder die Chance haben, erstmals in dieser Saison regelmäßig den Sprung in den zweiten Qualifying-Abschnitt zu schaffen.

Formel 1 Aston Martin Adrian Newey 2026
Adrian Newey. Credit: Aston Martin

Fernando Alonso dämpfte die Erwartungen allerdings schon vor dem ersten Einsatz. „Die letzten zwei Rennen waren besonders hart. Die Autos vor uns waren 2,1 Sekunden schneller. Kein Upgrade der Welt bringt auf einen Schlag so viel Zeit.“

Statt auf das nackte Ergebnis schaut der Spanier deshalb zunächst auf die Entwicklung des Autos. „Wichtiger ist, ob wir die richtige Richtung eingeschlagen haben und mit diesem Paket endlich mehr Performance finden.“

Ungarn könnte zum ersten echten Test werden

Der Hungaroring kommt Aston Martin entgegen. Auf dem winkligen Kurs spielt Motorleistung eine deutlich geringere Rolle als zuletzt in Spa. Das könnte helfen, den Einfluss der umfangreichen Aerodynamik-Änderungen besser zu beurteilen.

Sollte der Rückstand tatsächlich kleiner werden, wäre das ein erstes Zeichen dafür, dass Neweys Entwicklungsarbeit Früchte trägt.

Team warnt vor zu hohen Erwartungen

Trotz des riesigen Technikpakets mahnt Aston Martins Einsatzleiter Mike Krack zur Geduld. Ein so umfangreiches Upgrade müsse zunächst verstanden werden.

Formel 1 Fernando Alonso Aston Martin Barcelona 2026
Fernando Alonso. Credit: Alastair Staley/LAT Images

„Wir haben keine Wintertests, um verschiedene Konfigurationen ausgiebig zu vergleichen. Jetzt müssen wir in den Trainings möglichst viele Daten sammeln und mit unseren Simulationen abgleichen.“ Deshalb sei es durchaus möglich, dass das volle Potenzial des neuen Pakets erst nach der Sommerpause sichtbar werde.

Nächster Schritt schon in Zandvoort

Dabei soll es allerdings nicht bleiben. Direkt nach der Sommerpause plant Honda bereits die nächste Ausbaustufe der Power Unit. Dank des sogenannten ADUO-Verfahrens dürfen die Japaner ihren Motor umfangreich weiterentwickeln.

Da Aston Martin in dieser Saison nicht nur beim Chassis, sondern auch bei der Motorleistung deutlich hinter der Konkurrenz liegt, könnte erst die Kombination aus Neweys neuem Auto und dem verbesserten Honda-Antrieb zeigen, welches Potenzial tatsächlich im AMR26 steckt.

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Autor

Alex Warneke
Alex Warneke

Alex ist unser Hybrid im Redaktionsteam. Als Rennspiel-Experte versorgt er die F1 Insider Leser mit Texten aus der SimRacing-Welt. Zudem ist Alex als Videocreator im F1-Insider-Team aktiv. Interviews und spannende Themen aus der Formel 1 bereitet er für unseren YouTube Kanal auf.


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