Extremes Packaging, neue Aero-Ideen und viel Mut: Adrian Newey erklärt erstmals, warum der Aston Martin AMR26 so radikal ausgefallen ist.
Der Aston Martin AMR26 ist einer der großen Hingucker der neuen Formel-1-Generation. Extremes Packaging, ungewöhnliche Aero-Lösungen, ein Heck so eng geschnürt wie selten zuvor – und mittendrin der neue Teamchef Adrian Newey. Nun hat der Star-Designer erstmals selbst erklärt, was hinter der radikalen Auslegung steckt – und warum selbst er noch nicht weiß, ob dieser Weg der richtige ist.
„Wir haben uns die Regularien sehr genau angeschaut und überlegt, was wir aus Sicht der Strömungsfelder erreichen wollen“, erklärt Newey. Der Ansatz sei von Beginn an ganzheitlich gewesen: Erst die gewünschten Luftströme definieren, dann eine Geometrie entwickeln, die genau diese Effekte erzeugt. Doch der Brite räumt offen ein: „Bei einem komplett neuen Reglement ist sich niemand jemals sicher, was die richtige Philosophie ist. Nicht einmal ich.“
Aston Martin: Einige radikale Details

Trotzdem musste eine Entscheidung her. „Man muss sich für einen Weg entscheiden und ihn dann konsequent gehen“, sagt Newey. Genau das habe Aston Martin getan – auch wenn das Ergebnis von außen als aggressiv wahrgenommen werde. Seine eigene Sicht ist differenzierter: „Die Richtung kann als aggressiv interpretiert werden. Sie weist einige Details auf, die es so noch nicht gab. Macht das sie aggressiv? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.“
Auffällig ist vor allem das extrem kompakte Heck. Ein typisches Newey-Markenzeichen, das beim AMR26 auf die Spitze getrieben wurde. „Das Packaging ist sehr eng. Deutlich enger, als es bei Aston Martin jemals zuvor versucht wurde“, bestätigt der Designer. Das habe den Ingenieuren einiges abverlangt.
Dass der AMR26 beim Barcelona-Shakedown erst spät auf die Strecke ging, erklärt der Brite mit den besonderen Umständen. 2026 ändern sich erstmals Power-Unit- und Chassis-Regeln gleichzeitig. Hinzu kommen interne Faktoren. „Unser Windkanal war erst ab April wirklich voll einsatzfähig, und ich bin erst im vergangenen März zum Team gestoßen“, so der Super-Designer. Während andere Teams bereits Monate früher testen konnten, habe Aston Martin wertvolle Zeit verloren. „Das Auto kam buchstäblich in letzter Minute zusammen.“

Newey schwärmt vom neuen Windkanal
Große Hoffnungen ruhen nun auf dem neuen Windkanal. Newey gerät fast ins Schwärmen: „Es ist wahrscheinlich der beste Windkanal der Welt für die Formel 1. Für uns wird er ein echter Gamechanger sein.“ Aerodynamik bleibe der wichtigste Performance-Faktor – und hier sieht er für Aston Martin nun erstmals ideale Voraussetzungen.
Entsprechend vorsichtig fällt der Ausblick auf den Saisonstart aus. Newey will kein Auto, das früh am Limit ist. „Wir wollten etwas bauen, das großes Entwicklungspotenzial besitzt“, erklärt er. Und macht klar: „Der AMR26 in Melbourne wird sich deutlich von dem unterscheiden, den man in Barcelona gesehen hat. Und das Auto am Saisonende wird wieder ein ganz anderes sein.“
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