Formel 1

Wieder kein Auto! Wie schlimm steht es wirklich um Williams?

Formel 1 Williams FW48 2026
Williams FW48. Credit: Atlassian Williams F1 Team

Wo bleibt der Williams FW48? Während die Konkurrenz längst Testkilometer sammelt, liefert das englische Traditionsteam bislang vor allem eines: Negativschlagzeilen und Durchhalteparolen.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Wo bleibt der Williams FW48? Während die Konkurrenz längst Testkilometer sammelt, liefert das englische Traditionsteam bislang vor allem eines: Negativschlagzeilen und Durchhalteparolen. 

Am Dienstag präsentierte der Traditionsrennstall aus Grove die Lackierung für den neuen FW48. Doch statt eines rollenden Autos gab es erneut nur Computer-Renderings, die angeblich auch nicht den echten Rennwagen zeigen sollen. Die Frage drängt sich auf: Ist das alles noch erklärbar – oder wird es langsam bedenklich?

Williams zeigt nur das Design

Der Rückstand ist unübersehbar. Williams ist das einzige Team, das alle fünf Testtage in Barcelona ausgelassen hat. Die Jungfernfahrt des FW48 lässt weiter auf sich warten. Offiziell spricht das Team von Verzögerungen in der Produktion, inoffiziell kursierten Gerüchte über verpasste Crashtests und dadurch massive Gewichtsprobleme. Die hat Teamchef James Vowles zwar dementiert, ganz aus der Welt sind die Zweifel damit aber nicht.

Formel 1 Williams FW48 2026
Williams FW48. Credit: Atlassian Williams F1 Team

Optisch bleibt Williams seiner Linie treu. Das Auto zeigt sich überwiegend in sattem Blau, ergänzt durch Schwarzflächen an den Flanken. Dazu kommen hellblaue Akzente und größere weiße Bereiche an den Seitenkästen – laut Vowles eine bewusste Rückbesinnung nach dem Design-Experiment des Vorjahres. Eine rot-weiße Konturlinie soll an legendäre Titelautos wie Mansells FW14B oder Hills FW18 erinnern. 

Technisch hält sich Williams auffällig bedeckt. Die veröffentlichten Renderings zeigen kein echtes Auto, sondern abstrahierte Darstellungen mit angeblichen „Elementen“ des FW48. Besonders kurios: An Vorder- und Hinterachse wurden im Designprogramm schlicht Streben entfernt, um keine Geheimnisse preiszugeben. 

Teamchef Vowles spielt Probleme herunter

Auch verbal weiß Williams noch nicht so recht zu überzeugen: Teamchef Vowles spielt den verpassten Shakedown weiter herunter. Man hätte in Barcelona fahren können, wollte aber kein Risiko bei der Ersatzteilsituation eingehen. Stattdessen testete das Team auf dem Gesamtfahrzeugprüfstand in Brackley und bereitete die Fahrer intensiv im Simulator vor. Die erste Ausfahrt des FW48 soll nun bei einem Filmtag erfolgen – spät, sehr spät.

Formel 1 Williams FW48 2026
Williams FW48. Credit: Atlassian Williams F1 Team

Sportlich steht Williams nach 2025 eigentlich gut da. Platz fünf in der Konstrukteurs-WM, zwei Podestplätze und Aufbruchsstimmung kennzeichneten die Vorsaison. Mit Carlos Sainz und Alexander Albon verfügt das Team über eine starke und eingespielte Fahrerpaarung. Doch genau deshalb wiegt der aktuelle Fehlstart schwer. 2026 sollte der nächste Schritt kommen, nicht der nächste Erklärungsversuch.

Vowles selbst gibt sich kämpferisch, aber ungewohnt vorsichtig. „Wir sind nicht naiv“, sagt der Brite und verweist darauf, dass der Sprung nach vorn immer schwieriger werde. Vor allem, weil die Konkurrenz bereits fährt …

Fazit

 Williams liefert weiter Hoffnung statt Hardware. Die neue Lackierung ist ein nettes Signal an Fans und Sponsoren, ersetzt aber kein Auto auf der Strecke. Jeder verpasste Testkilometer schmerzt. Wenn der FW48 nicht sehr bald fährt – und überzeugt –, wird aus dem ambitionierten Aufbauprojekt schnell wieder eine Dauer-Baustelle.

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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