Formel 1

Kritik an neuer Formel 1: Vettel mit deutlicher Botschaft

Formel 1 Sebastian Vettel Servus TV 2026
Sebastian Vettel. Credit: Nicole Rötheli / Red Bull Content Pool

Die Formel 1 boomt – doch hinter den Kulissen wächst die Kritik. Sebastian Vettel warnt jetzt eindringlich vor einem Identitätsverlust der Königsklasse.

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Die Formel 1 boomt – doch hinter den Kulissen wächst die Kritik. Sebastian Vettel warnt jetzt eindringlich vor einem Identitätsverlust der Königsklasse.

Die Formel 1 boomt wie lange nicht. Volle Tribünen, steigende TV-Quoten, neue Märkte. Doch ausgerechnet jetzt droht der Königsklasse ein Image-Knick. Die neuen Autos mit 50 Prozent Leistung aus dem Elektromotor stoßen bei den Stars auf Widerstand. Verstappen, Hamilton, Alonso und Co. sind keine Fans vom Energiemanagement und gehen verbal auf die Barrikaden.

Das Problem: Die neuen Regeln sind nicht nur für Fahrer sondern auch für die Fans hochkomplex. Vieles erinnert an die Einführung der Hybridmotoren 2014. Einer, der sich damals ähnlich lautstark und kritisch äußerte, ist Sebastian Vettel. Auch jetzt meldet sich der viermalige Weltmeister wieder zu Wort. 

„Die Formel 1 ist momentan total in und die Leute finden das richtig cool“, räumt er bei Servus TV ein. „Damit man weiter auf diesem Hoch bleibt, ist es jetzt wichtig, dass man erklärt, was jetzt passiert ist und was dahintersteckt.“

Formel 1 Sebastian Vettel Servus TV 2026
Sebastian Vettel. Credit: Nicole Rötheli / Red Bull Content Pool

Vettel sieht die Königsklasse an einem sensiblen Punkt. Für ihn geht es um mehr als Einschaltquoten. Es geht um das, was die Formel 1 im Kern ausmacht.

Vettel: „Die DNA der Formel 1 darf nicht verloren gehen“

„Was ist die Grund-DNA der Formel 1?“, fragt er deshalb. „Da hat ein Fahrer zu Recht die Ansicht, dass es die Königsklasse ist – das sind die schnellsten Autos. Ich muss fit sein und diese Autos beherrschen. Es müssen Autos mit ganz viel Leistung sein. Und dann kommt auch noch die Komponente dazu, dass man den Kopf einschalten sollte und muss. Aber ab welchem Punkt wird es zu viel und zu missverständlich? Die DNA der Formel 1 darf nicht verloren gehen.“

Für Vettel ist klar: Die Autos müssen brutal schnell sein. Und die Fahrer müssen Helden bleiben. Technik gehört dazu, aber sie darf das Racing nicht überlagern. „Man darf nicht den Sport aus den Augen verlieren“, betont er.

Gerade aus Fahrersicht wünscht sich der Heppenheimer deshalb mehr Fokus auf das Wesentliche. „Als Fahrer möchte man, dass die Autos schnell und aggressiv sind. Man möchte pushen können und nicht so sehr damit beschäftigt sein, irgendwelche Knöpfe zu drehen oder in irgendeinem Modus festzuhängen und von einem Meeting ins andere zu gehen. Man muss aber auch ehrlich sein, dass das die moderne Formel 1 ist.“

Helden oder nur noch Systemverwalter?

Allein: Wenn die moderne Formel 1 zur „Formel E auf Steroiden“ (Verstappen) wird, man „einen Uniabschluss benötigt, um sie zu verstehen“ (Hamilton) oder selbst der „Koch die Autos fahren könnte“ (Alonso), bekommt die Königsklasse ein hausgemachtes Glaubwürdigkeitsproblem.

„Wenn es aus Fahrersicht zu kompliziert ist oder einfach nicht mehr so spannend ist wie am Anfang, dann transportiert man das ja auch“, erklärt Vettel. „Dieses Gefühl, wenn die Autos mega cool zu fahren sind, transportiert man nach außen, und dann ergibt sich auch das Bild, dass es wirklich Helden sind, die diese Autos bändigen können wie damals die PS-Monster. Wenn der Fahrer das aber nicht mehr selbst transportiert, weil das Auto auch der Koch fahren könnte und es langweilig ist, dann ist es nicht gut für den Sport.“

Klare Worte des viermaligen Weltmeisters, der weiß, wie sich echte PS-Monster anfühlen. Sein Rat an die Macher von Liberty Media: „Man darf nicht den Sport aus den Augen verlieren.“

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Autor

Bianca Garloff
Bianca Garloff

Mit einem Speedway-Stadion vor der Haustür aufgewachsen, Politik, Publizistik und Geschichte studiert, Michael Schumacher zugejubelt; mit dieser Kombination landet sie 2004 bei AUTO BILD. Volontariat auf der Springer-Journalistenschule. Als Redakteurin für AUTO BILD und SPORT BILD erst Schumi, dann Vettel und Rosberg auf den Fersen. Seit 2016 ist sie Redaktionsleiterin von AUTO BILD MOTORSPORT. 2020 wird sie zum Teil von F1-Insider.com, schreibt auch für SPORT1 und das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Twitter: @bgarloff


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